Das Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland ist empört und
besorgt über die Einseitigkeit der Israelkritik durch die FDP.
Den unerträglichen Bewertungen und der undifferenziert diffamierenden
Kritik durch den stellvertretenden FDP-Vorsitzenden, Jürgen Möllemann
ist von der FDP-Führung nie widersprochen worden. Im Gegenteil:
Der Parteivorsitzende Guido Westerwelle solidarisierte sich mit dieser
Haltung. Er ging soweit, den Präsidenten des Zentralrats, Paul Spiegel
aufzufordern, sich bei Jürgen Möllemann für die Kritik, die er geäußert
hat, öffentlich zu entschuldigen. Das Direktorium ist der
Ansicht, dass nicht Paul Spiegel sich für eine berechtigte Kritik
entschuldigen muss, sondern fordert die FDP auf, die emotionale Kritik
gegen Israel einzustellen. Der Zentralrat ist der Meinung, dass
sachliche Kritik am demokratischen Staat Israel selbstverständlich
geäußert werden kann, aber Einseitigkeit, die innenpolitischen Zwecken
dient und primitive Stammtischgedanken dürfen nicht Mittel einer
demokratischen Partei sein.