Präsident des Zentralrats zu den ungeheuerlichen Äußerungen Norbert Blüms
"Ungeheuerlich", bezeichnete der Präsident des Zentralrats der Juden in
Deutschland, Paul Spiegel, die wiederholte Kritik des CDU-Politikers
Norbert Blüm an der Antiterrorpolitik der israelischen Regierung.
"Wer angesichts des heutigen Selbstmordanschlags mit 18 Toten –
darunter die meisten Kinder und Jugendliche - und mehr als 50
Verletzten in den Aktionen des israelischen Militärs "keinen Abehrkampf
gegen den Terrorismus sieht", der hat jeglichen Realitätssinn
verloren", so Spiegel. Entschiedene Kritik an der Taktik und dem
Vorgehen der israelischen Armee ist akzeptabel und wichtig. Wer aber
die Grausamkeiten und den Terror der palästinensischen Seite sowie
Ursache und Wirkung in diesem Konflikt hartnäckig übersieht, der
beweist damit eine beispiellose Doppelmoral. Der neuerliche Versuch
Blüms, Israel als den einzigen Übeltäter und sogar Verbrecher in diesem
Konflikt darzustellen, ist Rassismus pur aus dem Mund des ehemaligen
Bundesarbeitsministers. Bemerkenswert ist auch, dass sich Norbert
Blüm zum wiederholten Male einer sprachlichen Begrifflichkeit bedient,
in dem er von "Vernichtung" spricht, um so bewusst eine nicht
vorhandene Verbindung zwischen dem heutigen Kampf gegen den Terrorismus
in Israel und dem Treiben des Nazi-Terrors zwischen 1933 und 45 zu
assoziieren. "Der darin erkennbare Versuch historische Wahrheiten zu
relativieren, sowie aus den einstigen Opfern und ihren Nachkommen heute
vergleichbare Täter zu machen, ist unfassbar und eine Beleidigung
sämtlicher Holocaust Opfer", sagte Spiegel. "Begrüßenswert ist die Distanzierung der CDU-Parteiführung von den Entgleisungen Norbert Blüms", so Spiegel abschließend.