November 3rd, 2003

Verbrannte Kulturschätze aus dem Dunkel der Geschichte geholt

Projekt der TU Darmstadt ermöglicht jetzt die virtuelle Reise zu den zerstörten Synagogen Deutschlands und Österreichs

Pünktlich zum ersten Jahrestag des Projekts Synagogen Internet-Archivunter www.synagogen.info wird ab dem 9. November 2003 die Datenbank um österreichische Synagogen ergänzt. Für den Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt Dr. Salomon Korn den erfolgreichen Verlauf und die Ausweitung des Projekts.
Seit 1994 widmet sich das Fachgebiet CAD in der Architektur der Technischen Universität Darmstadt dem Gedenken an die zerstörten Synagogen Deutschlands. Unter der Leitung von Dipl. Ing. Marc Grellert und Prof. Manfred Koob wurden seitdem 16 Synagogen mit Hilfe des Computers rekonstruiert und erinnern als virtuelle Bauwerke an die architektonische Blüte deutsch-jüdischer Kultur. Seit dem 9. November 2002 sind über 2000 Synagogen im Internet recherchierbar, die 1933 zur Zeit der Machtübernahme der Nationalsozialisten noch in Benutzung oder als Gebäude vorhanden waren. Das Archiv wird unter reger Beteiligung der Nutzer ständig ergänzt um Zeitzeugenberichte, Kommentare, Literaturhinweise, Bilder oder Links zu den einzelnen Synagogen.

"Die beeindruckenden Bilder der virtuellen Synagogen machen neugierig", lobt der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Salomon Korn das Projekt. "Mit dem Aufbau dieses Archivs vernichteter, umgewidmeter und erhaltener Synagogen in Deutschland ist der Grundstein zu einem ‚Erkenntnisgebäude’ gelegt, das umso größer und bedeutender sein wird, je mehr interessierte Menschen daran ‚mitbauen’."