Die
jüdischen Fest- und Gedenktage sind durch den Kalender festgelegt und
fallen – abgesehen vom Sabbat – immer auf dieselben Daten. Der Kalender
der Juden ist eine Mondkalender, der durch die Berücksichtigung des
Sonnenstandes so korrigiert und ausgeglichen wird, daß die einzelnen
Monate in jedem Jahr in die gleiche Jahreszeit fallen. Demgegenüber ist
ein reines Mondjahr, wie es beispielsweise im Islam gebräuchlich ist,
um elf Tage kürzer als das Sonnenjahr, so daß sich die Jahresanfänge
laufend verschieben und in allen Jahreszeiten liegen können.
Die Namen der Monate des jüdischen Kalenders sind:
1. Tischri (September-Oktober) 30 Tage
2. Heshvan (Oktober-November 29 bzw. 30 Tage
3. Kislew (November-Dezember) 30 bzw. 29 Tage
4. Tewet (Dezember-Januar) 29 Tage
5. Schwat (Januar-Februar) 30 Tage
6. Adar (Februar-März) 29 Tage
7. Nissan (März-April) 30 Tage
8. Ijjar (April-Mai) 29 Tage
9. Siwan (Mai-Juni) 30 Tage
10. Tammus (Juni-Juli) 29 Tage
11. Aw (Juli-August) 30 Tage
12. Elul (August-September) 29 Tage
Im
Schaltjahr wird zwischen Schwat und Adar ein Monat von 30 Tagen
eingeschoben, der als Adar I bezeichnet wird, so daß der eigentliche
Monat Adar nun Adar II heißt. Daher kommt es, daß alle Gedenktage, die
in den Monat Adar fallen, im Schaltjahr im Adar II begangen werden.
Die Tage faßt der jüdische Kalender zu Wochen zusammen, und jede Woche
besteht aus sieben Tagen. Sie tragen keine Namen, sondern werden mit
Ordinalzahlen bezeichnet; nur der siebente Tag der Woche hat einen
Namen: Er ist der Ruhetag, der Sabbat.
Die jüdische
Jahreszählung nimmt die Schöpfung der Welt zum Ausgangspunkt, die im
Jahr 3761 v.u.Z. stattgefunden haben soll. Zu diesem Ergebnis kam man
auf Grund der in der Bibel enthaltenen Genealogien und Lebensjahre, die
man bis auf Adam zurückrechnete.
Aus: Heinrich Simon: Jüdische Feiertage, Verlag Hentrich und Hentrich und Centrum Judaicum Berlin, 2003