
Die jüdischen Organisationen in Deutschland sind zum zweiten Mal auf Einladung des Zentralrats der Juden zu einem Runden Tisch zusammengekommen. An der Versammlung am Dienstag (11. Juni) in den neuen Veranstaltungsräumen des Zentralrats in Berlin-Mitte nahmen rund 30 Organisationen teil.
Mehr Austausch, bessere Vernetzung – das war der Wunsch der meisten jüdischen Organisationen, als sie vor gut einem Jahr zum ersten Mal zum Round Table zusammengekommen waren. „Versprochen gehalten“, konnte jetzt Zentralratspräsident Dr. Dieter Graumann verkünden. Denn der Zentralrat hat das neue Onlineportal „zentrakol“ geschaffen, das noch in diesem Sommer online gehen soll.

Zur aktuellen Hochwasserkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann: „Wir sind sehr besorgt um die Menschen, die von dieser bedrohlichen Naturgewalt betroffen sind. Unsere Gedanken sind bei unseren jüdischen Gemeindemitgliedern, aber natürlich ebenso bei allen Bewohnern insbesondere der Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Wir können nur hoffen und beten, dass sich die Situation schnell normalisiert. Mit unseren jüdischen Gemeinden vor Ort stehen wir in ständigem Kontakt.

Er gehörte zu den Begründern des Zentralrats der Juden in Deutschland und setzte mit seiner Klage gegen die I. G. Farben für die Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter einen Meilenstein: Heute vor 100 Jahren wurde Norbert Wollheim sel. A. geboren. Wir gedenken seiner in Anerkennung und Respekt!

Mit einem großen Empfang im Berliner Hotel Intercontinental feierte die israelische Botschaft am Mittwochabend den Unabhängigkeitstag Jom Haazmaut. Zu den Gästen von Botschafter Yakov Hadas-Handelsman (l.) zählte auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann (r.).

In einer feierlichen Zeremonie sind am Mittwoch in der Neuen Synagoge Erfurt der 30-jährige Alexander Nachama und der 40 Jahre alte Adrian Michael Schell zu neuen Rabbinern ordiniert worden. Daneben führte das Abraham Geiger Kolleg auch die Kantoren Isodoro Abramowicz und Nikola David in ihr Amt ein. An der Ordination der liberalen Rabbiner nahm für den Zentralrat der Juden in Deutschland Vizepräsident Dr. Josef Schuster teil.

In Israel ist es immer wieder ein tief bewegender Moment, wenn an Jom Ha-Shoa für zwei Minuten überall die Sirenen heulen und das ganze Land still steht. Am 27. Nissan – in diesem Jahr am 28. Nissan (8. April) – gedenken wir der sechs Millionen Toten der Shoa. Sechs Millionen, das ist eine so unbegreifliche Zahl. Für uns aber war sie niemals abstrakt, und wird sie niemals nur eine abstrakte Größe sein. Vielmehr denken wir an unsere Großmütter und Großväter, die wir zu oft niemals hatten, an so viele Verwandte, an Freunde unserer Großeltern – von denen es vielleicht noch ein Foto gibt, von denen wir zuweilen nur noch eine Geschichte kennen. Doch kennenlernen konnten wir sie nie. Ihr Leben wurde in der Shoa ausgelöscht. An sie denken wir an diesem Tag, sogar an jedem Tag.
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