«Die Initiative Mecklenburg-Vorpommerns, künftig von Kita-Betreibern einen Nachweis zu verlangen, dass sie nicht von Extremisten unterwandert werden, ist ein starkes Beispiel für einen kämpferischen demokratischen Staat, der sich wehren will und den Todfeinden der Freiheit keinesfalls unsere Kinder überlassen darf», sagte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, gegenüber der Onlineausgabe des «Handelsblatt». Graumann fordert von den Bundesländern einen Erlass gegen Rechtsextreme in Kitas.
Als erstes Bundesland will Mecklenburg-Vorpommern verhindern, dass Neonazis Kindertagesstätten unterwandern. Ein am 26.7.10 in Schwerin vorgestellter Erlass sieht vor, dass Träger von Einrichtungen vom 1. August an nachweisen müssen, dass sie und die Mitarbeiter auf dem Boden der Verfassung stehen.
Zentralratsvize Graumann hält dieses Schweriner Modell eines „Gesinnungstests für Erzieher" für ein „geradezu vorbildliches, absolut bewundernswertes Beispiel für Verantwortung und Engagement". Unter keinen Umständen dürfe zugelassen werden, „dass Faschisten die Köpfe und Herzen unserer Kinder vergiften können". Graumann appellierte daher an die Bundesländer: „Die braunen Kinderfänger dürfen erst gar keine Chance bekommen." (27.7.2010)
Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, hat der Autorin Iris Hefets von der "Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden" im Rahmen eines Streitgesprächs, das unter dem Motto stand Immer Ärger mit der taz, ein Gesprächsangebot gemacht. Wie die taz berichtet, sagte Kramer, es dürfe keinerlei Ausgrenzung gegenüber sogenannten Nestbeschmutzern geben.
Hintergrund: Hefets hatte Anfang März in der taz kritisiert, die israelische Politik missbrauche das Andenken an den Holocaust, um ihre Palästinapolitik zu rechtfertigen. Daraufhin waren sie - und die taz - massiven Antisemitismusvorwürfen ausgesetzt. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin hatte daraufhin einige Chefredakteure – u.a. auch taz-Chefredakteurin Ines Pohl - zu einer Diskussion eingeladen, bei der es zum Eklat gekommen war. Jetzt nun griff die taz das Thema erneut auf und lud zur Podiumsdiskussion, an der außerdem der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik und Ines Pohl teilgenommen haben.
Kramer sagte, man müsse mitunter überziehen, um sich Gehör zu verschaffen. Die Debatte müsse jedoch entschärft werden. Israel stelle für die deutsche Außenpolitik ein Dilemma dar, stellte Micha Brumlik fest: Einerseits sei die Verantwortung für das Existenzrecht Israels deutsche Staatsräson, andererseits habe Deutschland keinen anderen Freund, der so kontinuierlich Menschenrechte und Völkerrecht verletze wie Israel. Ines Pohl plädierte für mehr Offenheit im Dialog. Dem schloss sich Kramer an: Denkverbote führten zu nichts.
Der „Kübel von Hass, der über Israel ausgeschüttet werde, ist unsäglich, sagte der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann am 13. Juni 2010 bei der großen Solidaritätskundgebung in Köln. Wie die Welt berichtet haben unter dem Motto "Fairplay für Israel - für Wahrheit und Solidarität" am Sonntag in Köln rund 1000 Menschen die Nahost-Politik der israelischen Regierung verteidigt. Anlass war die internationale Kritik an einer israelischen Militäraktion auf einen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen, bei der Ende Mai mindestens neun Friedensaktivisten getötet und zahlreiche Menschen verletzt worden waren. Zu der Pro-Israeli-Demonstration hatten die Deutsch-israelische Gesellschaft (DIG) und die Synagogengemeinde Köln eingeladen. Auch für den Präsidenten der DIG, Dr. h.c. Johannes Gerster, mangele es in der Öffentlichkeit an „Objektivität und Fairness, gegenüber Israel, das als einzige Demokratie im Nahen Osten 62 Jahre nach seiner Gründung immer noch angegriffen und akut gefährdet ist". (14.6.2010)