
Dazu kamen rund 200.000 Juden aus Osteuropa, die aufgrund des sich anbahnenden „Kalten Krieges“ nicht mehr in ihre alte Heimat zurückkehren konnten oder wollten – Displaced People (DPs) wurden sie genannt. Deren Zahl stieg noch deutlich an, als es in Polen zu ersten Pogromen gegen Schoa-Überlebende kam. Als Folge der Pogrome verließen etwa 150.000 Juden Polen und fanden zunächst Zuflucht im Nachkriegsdeutschland. Die Lager und provisorischen Unterkünfte für die DPs waren für die meisten lediglich Durchgangsstation. Nach einer beruflichen Fort- und Weiterbildung wanderten viele nach Israel aus, andere gingen in die Vereinigten Staaten von Amerika, nach Großbritannien oder Lateinamerika.
Anfang
der 50er Jahre lebten in der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland
nicht mehr als 25.000 Jüdinnen und Juden, Ende 1951 hatte sich die Zahl
der jüdischen Gemeindemitglieder nach offiziellen Angaben auf rund
21.500 reduziert. Lediglich aus den „Ostblockstaaten“ kamen sporadisch
Neumitglieder dazu. Bereits in den siebziger Jahren gab es die erste
Einwanderungswelle von Zuwanderern (siehe auch Kapitel Zuwanderung) aus
der Sowjetunion. Besonders der Berliner Senat hatte sich nach
zahlreichen Interventionen des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu
Berlin, Heinz Galinski, bereit erklärt, die Zuwanderer aus „humanitären
Gründen“ unbürokratisch aufzunehmen. Das Tor Westberlin blieb in all
den Jahren für jüdische Zuwanderer offen.
Die Zahl der
Neumitglieder war aber zunächst gering - bis 1989 waren es etwa 26.000.
Erst durch den Zusammenbruch der DDR und die Öffnung der Grenzen
änderte sich dies drastisch: Im Dezember 1990, knapp ein Jahr nach der
Wende, wurden die fünf Landesverbände aus der ehemaligen DDR in den
Zentralrat der Juden in Deutschland aufgenommen.
Derzeit gehören dem Zentralrat mehr als 108 jüdische Gemeinden mit ca. 105.000 Mitgliedern an.
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