Bildungsabteilung

im Zentralrat der Juden in Deutschland

Die Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden in Deutschland versteht sich als kommunikatives Forum zum Austausch von religiösen, philosophischen, kulturellen und politischen Sichtweisen und Überzeugungen innerhalb der jüdischen Welt und dient der Vertiefung des Verständnisses unterschiedlicher jüdischer Denktraditionen und Lebensformen. Darüber hinaus organisiert sie Diskurse und Auseinandersetzungen zu aktuellen, die jüdische Gemeinschaft betreffenden Fragen zu Identität und Orientierung in einer von kultureller und religiöser Pluralität geprägten Gesellschaft.

Das Programm der Bildungsabteilung wird in vielfältigen Formaten wie Seminaren, Podiumsdiskussionen, literarische Foren, Filmvorführungen sowie Vorträgen umgesetzt und dabei besonders folgende Schwerpunkte behandeln:

  • Wie werden unsere Gemeinden attraktiver? Die Balance zwischen religiösem Leben und moderner Dienstleistung

    31. Januar – 1. Februar 2017, Seminar für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin

    Die Jüdischen Gemeinden in Deutschland stehen einerseits vor sehr unterschiedlichen und andererseits sehr ähnlichen Herausforderungen. Alle Gemeinden leiden unter schwindenden Mitgliederzahlen. Dieses Problem stellt allerdings die kleineren und mittleren Gemeinden vor ungleich größere Schwierigkeiten, als die Großgemeinden.
    In diesem Seminar gehen wir dieser Frage auf den Grund, entwickeln Szenarien und analysieren die aktuellen Risiken aus soziologischer und organisationstheoretischer Perspektive. Wir befassen uns sowohl mit den unterschiedlichen Erwartungshaltungen der Mitglieder, die sich einerseits in hohen Ansprüchen an Dienstleistungen ausdrücken, als auch mit den Herausforderungen, die von modernen Lebensentwürfen ausgehen.

  • Soziale Arbeit mit Flüchtlingen

    7. – 8. März 2017 in Berlin, Seminar für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin

    Eine Reihe Jüdischer Gemeinden in Deutschland engagiert sich aktiv bei der Integration von Flüchtlingen in Deutschland. Die Bereitschaft, diese Gruppe von hilfsbedürftigen Menschen zu unterstützen, beruht auf der Erfahrung vieler Juden, die selbst als Flüchtlinge ihrem tödlichen Schicksal nur knapp entrinnen konnten.

    Neben der jüdischen Wohlfahrtsorganisation (ZWST) verfügen zahlreiche Jüdische Gemeinden über die notwendigen interkulturellen Kompetenzen, die eine kultursensible Eingliederung der Zuwanderer erst möglich machen.

  • Hundert Jahre Balfour Deklaration, Der Zionismus – von der Ideengeschichte zur nationalstaatlichen Umsetzung

    29. – 31. März 2017, Tagung in Frankfurt am Main

    „Der Zionismus erstrebt die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina für diejenigen Juden, die sich nicht anderswo assimilieren können oder wollen.“
    Programm des ersten Zionistenkongresses in Basel 1897

    Mit der zwanzig Jahre später veröffentlichten Balfour Deklaration erklärte sich die Regierung Großbritanniens einverstanden, den Aufbau einer ‚nationalen Heimstätte‘ für das jüdische Volk in Palästina zu unterstützen, wodurch die zentrale Voraussetzung zur späteren Gründung eines jüdischen Staates geschaffen wurde.

  • Die Gemeinde sind wir. Jüdische Nachwuchsförderung heute

    10. – 11. Mai 2017, Zukunftswerkstatt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin

    Viele Gemeinden beklagen insbesondere den Verlust von jungen Mitgliedern. Was kann die Gemeinde dafür tun, dass junge Menschen sich engagieren? Welche Angebote können auch kleinere Gemeinden für junge Familien schaffen?
    In diesem Seminar befassen wir uns mit den Chancen und Herausforderungen der langfristigen Bindung von Gemeindemitgliedern in Bezug auf die sehr unterschiedlichen Voraussetzungen von kleinen und mittleren Gemeinden.
    Das Format der „Zukunftswerkstatt“ bietet die Möglichkeit zum Ideenaustausch ebenso wie zur kollegialen Beratung. Zudem werden wir einer Anzahl jüdischer Institutionen die Gelegenheit bieten, ihre Konzepte vorzustellen und zu diskutieren.

  • Das Gottesverständnis im Judentum, Annäherung an religiöse Kernfragen

    28. – 30. Juni 2017, Tagung in Frankfurt am Main

    „Und der Herr sprach zu Moses: Siehe, ich will einen Bund schließen: Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht geschaffen sind in allen Landen und unter allen Völkern(…)“
    (2. Buch Mose 34,6-7)

    Das ‚Schma Israel‘ - „Höre Israel, der Ewige ist unser G‘tt, der Ewige ist einzig“ (5. Buch Mose 6,4) - ist der Grundpfeiler der jüdischen Religion, des Monotheismus und des Verhältnisses der Juden zu G‘tt. Es geht im Judentum nicht allein darum, die Eigenschaften, über die Gott verfügt, zu erkennen, sondern um den Umgang G‘ttes mit den Menschen und seinem Volk.

  • Projektentwicklung und Projektmanagement - Von der Idee bis zum Sachbericht

    11. – 12. Juli 2017, Seminar für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin

    Jüdische Gemeinden müssen – ebenso wie andere öffentliche Institutionen – innovative Finanzierungsmöglichkeiten entwickeln, um zukunftsfähig zu bleiben. Ein professionelles Projektmanagement eröffnet Jüdischen Gemeinden vielfältige Möglichkeiten, ihr Angebotsspektrum zu erweitern und auf spezifische Bedarfe zuzuschneiden.
    In diesem Seminar werden wir die Grundlagen des Projektmanagements vertiefen und neben dem Ideenaustausch zu möglichen Projekten einer Gemeinde, die sachlichen, rechnerischen und rechtlichen Voraussetzungen einer Projektentwicklung erarbeiten. Die Teilnehmer erhalten konkrete Anleitungen zur Umsetzung von Projektideen, zum Aufspüren von Finanzierungsmöglichkeiten sowie zur Entwicklung einer Projektkonzeption. Die Antragstellung, die Erstellung eines Sachberichts und die regelkonforme Projektabrechnung gehören ebenso zu den Seminarinhalten.

  • Hurra – ein Konflikt! Professionelles Konfliktmanagement in Jüdischen Gemeinden

    30. – 31. August 2017, Seminar für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin

    An Orten, an denen Menschen zusammen kommen, gibt es immer wieder Reibungspunkte und Konflikte. Führungskompetenz zeigt sich darin, wie verschiedene Bedürfnisse wahrgenommen werden, wie ausgleichend und vermittelnd agiert wird und ob Konflikte im Vorfeld identifiziert werden und Führungskräfte so aktiv zur Lösung beitragen.
    Diese Kompetenz ist notwendig, um eine gelungene Gemeindearbeit zu realisieren und damit eine funktionierende, lebendige Jüdische Gemeinde zu haben.

    In diesem Seminar bieten wir Ihnen Methoden und Techniken für ein professionelles Konfliktmanagement an, die Sie dazu befähigen, diesen komplexen Anforderungen an Führung in Gemeinden gerecht zu werden. Mit Hilfe eines systemischen Blicks auf Ihre Gemeinde werden wir vermittelnde, schlichtende und ausgleichende Konfliktgespräche analysieren und einüben, um eine deeskalierende Kommunikationskultur in Ihrer Institution etablieren zu können.

  • Jom Hashoah – 9. November – Tag des Sieges, Geteilte Erinnerung. Unterschiedliches Gedenken in der jüdischen Gemeinschaft

    1. – 3. November 2017, Tagung in Frankfurt am Main

    Mit der Einwanderung der russischsprachigen Juden hat ein Narrativ Einzug in die Gemeinden gehalten, das vielerorts umstritten ist: Der Große Vaterländische Krieg.

    Die Vielfalt der jüdischen Welt kommt auch in ihren Gedenkritualen zum Ausdruck. Gedenken, Trauer, Stolz und Trost werden zwar vorrangig individuell erfahren, doch fließen sie in kollektives Erinnern ein.
    Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltig verändert, da zehntausende Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland eingewandert sind und das Gemeindeleben gestalten.
    Ihre Formen des Gedenkens unterscheiden sich von Ritualen der Erinnerung und der Vergewisserung der alteingesessenen jüdischen Gemeindemitglieder, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs in der Bundesrepublik Deutschland ihren Lebensmittelpunkt fanden.

  • Die Machtergreifung der Bilder, Der Nationalsozialismus im Film

    6. – 8. Dezember 2017 Filmseminar in Wiesbaden

    „Der Film ist eines der modernsten und weitreichendsten Mittel der Beeinflussung der Massen."
    Joseph Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, 9. Februar 1934

    Durch die Verbindung von demagogischer Rhetorik, planvoll choreographierten Massenveranstaltungen und effektiver Nutzung moderner Technik für Propagandazwecke, insbesondere des Einsatzes von Film und Radio, gelang es den Nationalsozialisten, weite Teile des deutschen Volkes für ihre rassistische Politik zu gewinnen.
    Der Erfolg der nationalsozialistischen Propaganda ist nicht zuletzt einer Filmproduktion geschuldet, die die deutsche Bevölkerung auf den Vernichtungsfeldzug gegen das europäische Judentum einstimmte. Für die Propaganda im Nationalsozialismus spielte der Film eine zentrale Rolle. Das Regime bediente sich der Suggestivkraft der Bilder zur Mobilisierung und Indoktrination.
    Die Sichtung dieser Filme dient zum einen der Wahrnehmung filmsprachlicher und ideologischer Deutungsmuster, mit der die Nationalsozialisten ihre Ziele vorantrieben und der Sensibilisierung im Hinblick auf aktuelle fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen in der gegenwärtigen politischen Landschaft.