21.06.2012

Grußwort von Weihbischof Dr. Jaschke

Verehrte Damen und Herren, Geschwister im Glauben an den Ewigen!

Ihr Gemeindetag bildet ein wichtiges Ereignis für die jüdische Gemeinde in Hamburg und weit darüber hinaus für die jüdischen Gemeinschaften in unserer gemeinsamen Heimat. Gerne möchte ich Ihrer Einladung folgen, aber sie erreicht mich so kurzfristig, dass ich – gebunden durch feste Zusagen am ganzen Wochenende und insbesondere durch gemeindliche Verpflichtungen außerhalb von Hamburg – ihr zu meinem großen Bedauern nicht entsprechen kann. Nehmen Sie bitte mein Grußwort an, als Ersatz für meine leibhafte Anwesenheit.

In den gut 20 Jahren meines bischöflichen Dienstes in Hamburg und in Schleswig-Holstein begleite ich die Entwicklung jüdischen Lebens im Norden mit hohem Interesse und großer Empathie. Neues Leben wächst – dem Ewigen sei Dank -, wo es einst vernichtet werden sollte. Es wächst in den vielfältigen Aktivitäten der Gemeinde, in der Sorge um die große Zahl der neu Hinzukommenden, unter Kindern und Jugendlichen. In der Mitte stehen der Dienst und der Lobpreis vor dem Ewigen. Und sie strahlen über die Grenzen aus: in die Kultur, in die reiche Lebenswelt am Grindel und weit darüber hinaus.

Ein Blick auf das anspruchsvolle Programm des Gemeindetags zeigt mir die Themen, die uns in die Zukunft unserer gemeinsamen Welt führen. Ich finde viele Namen von Geschwistern im Glauben, denen ich immer wieder bundesweit begegne. So weiß ich mich mit Ihnen allen auf einem guten Weg.

Achten wir besonders in Deutschland darauf, dass wir uns nicht durch falsche Töne und dumpfe Stimmungen verletzen oder beschweren. Protestieren wir laut und unüberhörbar dagegen! Lernen wir, offen und vertrauensvoll in Deutschland und in unserer einen Welt zusammen zu leben!

Der Bischof schämt sich auch für Misstöne aus dumpfen Kreisen der Kirche. Wir geben ihnen keine Chance. Wir lassen uns nicht beirren: Der Weg der Geschwisterlichkeit von Juden und Christen in unumkehrbar!

Ich grüße Sie alle, dankbar dafür, dass wir in der Gemeinschaft der Religion unserem Menschennamen Ehre machen dürfen.

Herzlich Ihr

Hans-Jochen Jaschke