Interviews des Präsidenten

  • 28.01.2016

    „Jeder Schüler sollte einmal eine KZ-Gedenkstätte besuchen“

    Interview mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, in der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen, 27.01.2016

    Sechs Millionen europäische Juden fielen dem Völkermord der Nazis zum Opfer. An sie wird heute erinnert, jenem Tag, an dem das Konzentrationslager Auschwitz 1945 befreit wurde.

    Wir sprachen aus diesem Anlass mit Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden.

    Herr Schuster, am Mittwoch wird der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 71 Jahren gedacht. Wie werden Sie diesen Tag begehen?

    Josef Schuster: Ich werde in Berlin an der Gedenkstunde des Bundestags teilnehmen, wo die Schriftstellerin und Schoa-Überlebende Ruth Klüger (Porträt auf Blickpunkt-Seite) die Gedenkrede halten wird.

    Unterliegt der Holocaust-Gedenktag nicht der Gefahr, ein leeres Ritual zu werden?

    Schuster: Nein, ich finde es im Gegenteil gut, dass es im Kalender ein festes Datum gibt, an dem an die Opfer der Shoa erinnert wird. Die Redner wechseln, jeder bringt seine eigene Geschichte mit.

  • 01.10.2015

    »Sie müssen unsere Grundordnung anerkennen«

    Zentralratspräsident Josef Schuster über Flüchtlinge, Aufnahmemöglichkeiten und Integration - Interview mit der Jüdischen Allgemeinen online, 1.10.2015

    Herr Schuster, Sie haben Ende April gesagt, dass Deutschland es sich nicht leisten könne, Flüchtlinge und Verfolgte abzulehnen. Nun weist nicht nur Bundespräsident Joachim Gauck auf begrenzte Aufnahmemöglichkeiten hin. Zu Recht?

    Das eine widerspricht nicht dem anderen. Ende April, als wir noch nicht vor einem solchen Ansturm von Flüchtlingen standen wie jetzt, ging es mir darum, um Verständnis für Flüchtlinge zu werben. Deutschland gehört zu den wohlhabendsten Ländern in Europa und hat – auch vor dem Hintergrund seiner Geschichte – eine humanitäre Verpflichtung, verfolgte Menschen aufzunehmen. Und das geschieht ja auch in hohem Maße. Zugleich müssen wir im Blick behalten, was dieses Land bewältigen kann. Und da kann ich dem Bundespräsidenten nur recht geben: Die Möglichkeiten sind endlich. Daher ist es gut, dass sich die EU-Staaten wenigstens auf die Verteilung von 120.000 Flüchtlingen verständigt haben.

  • 24.07.2015

    "Die Aussagen Seehofers bergen eine Gefahr"

    Interview von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster mit sueddeutsche.de, 23.07.2015

    Der Zentralrat der Juden kritisiert die Kommentare des CSU-Chefs zur Flüchtlingspolitik. In der Debatte werde ein entscheidender Punkt übersehen, sagt der Vorsitzende Schuster.

  • 20.07.2015

    "Es gibt ein Bedrohungspotenzial"

    Interview mit Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster auf Deutsche Welle online, 19.7.2015

    Nach der Schoa brauchten Juden in Deutschland eine politische Stimme. Dies führte vor 65 Jahren zur Gründung des Zentralrates der Juden. Heute warnt Präsident Josef Schuster vor einem neuen Antisemitismus.

    Von einer Interessensgemeinschaft jüdischer Einwohner bis hin zur politischen Vertretung jüdischer Gemeinden - die Aufgaben des Zentralrates der Juden in Deutschland haben sich seit seiner Gründung vor 65 Jahren geändert. Doch der Kampf gegen den Antisemitismus, der sich in immer neuen Formen zeigt, ist geblieben. Ein Gespräch mit Rats-Präsident Josef Schuster.

  • 11.05.2015

    Wie wichtig ist der Auschwitz-Prozess, Herr Schuster?

    Interview mit Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster in der B. Z. am Sonntag, 10.05.2015

    Zwei Großeltern von Josef Schuster (61) wurden in Auschwitz ermordet – wo sich auch der frühere SS-Mann Oskar Gröning (93) schuldig machte, der sich jetzt vor Gericht verantworten muss. B.Z. sprach mit dem Zentralratspräsidenten der Juden in Deutschland über den möglicherweise letzten Auschwitz-Prozess.

  • 20.04.2015

    „Deutschland ist für Juden relativ sicher“

    Interview mit Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stuttgarter Zeitung, 17. April 2015

    Seit rund vier Monaten führt Josef Schuster den Zentralrat der Juden in Deutschland. Er ist besorgt, dass es zuletzt mehr antisemitische Vorfälle gab. Gleichzeitig sagt der Mediziner, stehe die Republik verhältnismäßig gut da. Kippa zu tragen sei meist kein Problem. Hoffnungen machten auch die Proteste gegen Pegida.

  • 16.03.2015

    Schuster besorgt über Antisemitismus

    Interview des Zentralratspräsidenten Dr. Josef Schuster, Mittelbayerische Zeitung, 16.3.2015

    Deutschland muss gegen jede Form von Fremdenhass aufstehen, sagt der Präsident des Zentralrates der Juden im MZ-Interview.

  • 19.02.2015

    Zentralrats-Präsident kritisiert Aufruf an Juden zum Auswandern nach Israel

    Interview von Zentralratspräsident Dr. Schuster in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, 18.02.2015

    Berlin. Der Antisemitismus in Europa nimmt zu. Dennoch lehnt Josef Schuster es ab, Juden zum Auswandern nach Israel aufzurufen: "Es gibt keinen 100-prozentigen Schutz".

    Erst Paris, nun Kopenhagen. Und die Terrorwelle geht weiter, sagt Israels Premier Benjamin Netanjahu. Er legt den Juden nahe, nach Israel auszuwandern. Für den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, ist das „nicht nachvollziehbar“, wie er im Gespräch mit Miguel Sanches sagte.

  • 17.02.2015

    "Wir wollen raus aus der Meckerecke"

    Interview des Zentralratspräsidenten Dr. Schuster in der "Rheinischen Post", 16.02.2015

    Der Präsident des Zentralrats sagt, die Juden in Deutschland möchten sich nicht mehr primär durch die Shoah definieren. Die Jüdischen Kulturtage sind im Rheinland das Ereignis der kommenden vier Wochen: ab dem 22. Februar wird jüdische Kultur in über 360 Veranstaltungen zu erleben sein. Die Kulturtage dienen darum auch dazu, jüdisches Leben und jüdischen Alltag kennenzuleren und zu verstehen. Zur Eröffnung in der Düsseldorfer Tonhalle wird auch Josef Schuster (60) sprechen, der seit knapp zwei Monaten Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland ist.

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