02.06.2009

Presseerklärung

Feierliche Rabbinerordination

Am Dienstag, den 2. Juni 2009, findet in München ein Ereignis statt, das für das jüdische Leben in Deutschland und Mitteleuropa von historischer Bedeutung ist.

An diesem Tag werden in der Synagoge Ohel Jakob der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern die ersten beiden Absolventen des neu gegründeten Hildesheimerschen Rabbinerseminars zu Berlin zu orthodoxen Rabbinern ordiniert. An der Ordinationsfeier werden führende Rabbiner aus ganz Europa, darunter auch der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Rabbiner Yosef Sitruk, Vertreter der jüdischen Gemeinden Deutschlands sowie Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble teilnehmen.

Das Rabbinerseminar ist nach seiner legendären, von Rabbiner Dr. Esriel Hildesheimer 1869 in Berlin gegründeten Vorgängerinstitution benannt, an der bis zu ihrer Schließung nach der Pogromnacht 1938 zahlreiche Rabbiner ordiniert wurden.

Das heutige Hildesheimersche Rabbinerseminar wurde vom Zentralrat der Juden in Deutschland und der Ronald S. Lauder Foundation gegründet. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Yeshivas Beis Zion in Berlin, eine herausragende Institution des Tora-Studiums in Deutschland und wichtigste Einrichtung der Lauder Yeshurun, einer Organisation, die jüdische Bildung in Deutschland und Mitteleuropa fördert. Alle neun Studenten des Rabbinerseminars, darunter auch die beiden Rabbiner-Kandidaten, sind Absolventen der Yeshivas Beis Zion. Die meisten von ihnen wurden durch ihre Teilnahme an verschiedenen Programmen der Lauder Yeshurun inspiriert, aktiv am jüdischen Leben mitzuwirken.

Die diesjährigen Absolventen sind Rabbiner Zsolt Balla und Rabbiner Avraham Radbil.

Zsolt Balla (28) wurde in Budapest, Ungarn, geboren. Nach seinem Abschluss als Wirtschaftsingenieur an der Technischen Universität Budapest, kam er 2003 nach Berlin, um an der Yeshivas Beis Zion zu studieren. Seine Frau Marina immigrierte aus der Ukraine nach Leipzig, wo sie sich am ToraZentrum der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, einem Projekt der Lauder Yeshurun, engagierte. Rabbiner Balla wurde von der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig als „Wochenendrabbiner" angestellt und wird zudem von Berlin aus die Bildungsprogramme der Lauder Yeshurun leiten.

Avraham Radbil (25) wurde in Mogilew-Podolski, Ukraine, geboren und kam im Alter von zwölf Jahren mit seiner Familie nach Leipzig. Nachdem er sein Abitur an der Jüdischen Oberschule in Berlin gemacht hatte, nahm er ein Studium an der Yeshivas Beis Zion auf und wird in diesem Jahr sein Psychologie-Studium beenden. Seine Frau ist eine Absolventin der Midrasha in Berlin, einer von der Lauder Yeshurun finanzierten Einrichtung für Tora-Studien für junge Frauen. Rabbiner Radbil wird im August 2009 seinen Dienst als Assistent des Oberrabbiners der Synagogen-Gemeinde Köln antreten.

Das Rabbinerseminar bietet ein dreijähriges Vollzeitstudium an, wobei der Schwerpunkt auf dem Studium des Talmud und der Halacha liegt. Außerdem werden die Studierenden intensiv auf die Praxis vorbereitet. So müssen sie Schabbat-Programme in kleinen jüdischen Gemeinden leiten, Artikel für jüdische Zeitungen schreiben, wöchentlichen Unterricht und Ferienseminare für jüdische Schüler durchführen. Die Studierenden werden auch in Rhetorik und Seelsorge ausgebildet, um sie auf die vielfältigen Aufgaben eines Gemeinderabbiners in Deutschland vorzubereiten.

Die Rabbinerausbildung wird von Rabbiner Chanoch Ehrentreu, dem ehemaligen Vorsitzenden des Londoner Bet Din und Rektor des Rabbinerseminars, beaufsichtigt und von Rabbiner Yoel Smith, Rosh ha Yeshiva des Rabbinerseminars und der Yeshivas Beis Zion geleitet.

Das Rabbinerseminar arbeitet sowohl mit der Europäischen Rabbinerkonferenz als auch der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland zusammen.

Für weitere Informationen über die Ordinationsfeier, das Rabbinerseminar, die Bildungsprogramme der Lauder Yeshurun oder das heutige jüdische Leben in Deutschland wenden Sie sich bitte an:

Für die Ronald S. Lauder Foundation:

Rabbiner David Kern: Handy: 0176-63112165; Email: dkern@yeshiva.de

Für den Zentralrat der Juden in Deutschland:

Stephan J. Kramer, Generalsekretär,

Kontakt: Pressereferentin, Eva Drubig: Tel: 030-2844560

Berlin, den 28. Mai 2009 / 5. Siwan 5769