Minden

Synagoge und Gemeindehaus Kampstraße

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Synagoge und Gemeindehaus Kampstraße
· Fotograf: Ulrich Knufinke

Gemeinde:Jüdische Kultusgemeinde Minden und Umgebung K.d.ö.R.
Stadt:Minden
Bundesland:Nordrhein Westfalen
Name:Synagoge und Gemeindehaus Kampstraße
Bauwerk:Synagoge und Gemeindehaus
StandortKampstraße
Baujahr:1958, Einweihung am 15. Juni 1958, die Synagoge wurde neu errichtet, das bestehende Gemeindehaus umgebaut
Architekt:Gerle, Karl

Hintergrund

Die kleinste, aber am besten im ursprünglichen Zustand bewahrte Synagoge des Architekten Karl Gerle ist im westfälischen Minden erhalten. Neben dem Grundstück der zerstörten Synagoge, das bis heute nicht wieder bebaut ist, entstand 1958 ein Komplex aus einem Gemeindehaus, das noch erhalten war, einem Zwischentrakt und einem anschließenden Synagogenbau, der von der Straße aus kaum zu sehen ist. Dennoch ließ Gerle die Fassaden des rechteckigen Baus sorgfältig mit poliertem Granit überziehen und dem Zeltdach einen Davidstern aufsetzen, so dass die Synagoge ein wenig wie eine Schmuckschatulle erscheint. Durch den Eingang im Zwischentrakt und ein kleines Foyer gelangt man in den dunkel gehaltenen Vorraum der Synagoge, der als Gedenkraum für die Verfolgung im Nationalsozialismus ausgestaltet ist: Im bleiverglasten Fenster sind zum Beispiel die Orte der Vernichtungslager auf einer Karte gekennzeichnet. Der kleine Synagogensaal mit einer schmalen Frauenempore über dem Eingang auf der Westseite überrascht durch seine vielfarbige Ausstattung. So ist der Toraschrein von einem geböschten, mit Mosaik überzogenen Rahmen eingefasst, der ovale Deckenspiegel schimmert in Türkisgrün, bunte Fenster (auf der linken Seite künstlich hinterleuchtet, auf der rechten durch Tageslicht) sowie hölzerne Bänke füllen den Raum mit verschiedensten Farben und Materialien, die dennoch eine bemerkenswerte, dem Zeitgeschmack entsprechende gestalterische Einheit bilden. (Dr. Ulrich Knufinke)

Historische Synagogen vor Ort