Bonn

Synagoge Tempelstraße

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Synagoge Tempelstraße
· Fotograf: Ulrich Knufinke

Gemeinde:Synagogengemeinde Bonn K.d.ö.R.
Stadt:Bonn
Bundesland:Nordrhein Westfalen
Name:Synagoge Tempelstraße
Bauwerk:Synagoge mit Gemeindehaus
StandortTempelstraße
Baujahr:1959, Einweihung am 26. Mai 1959
Architekt:Goldschmidt, Helmut

Hintergrund

In der damaligen Bundeshauptstadt sollte ein neues Gemeindezentrum entstehen, um einen Betsaal in einem Privathaus abzulösen. Die Grundsteinlegung fand im April 1958 statt, nach kurzer Bauzeit konnte der Bau des Architekten Helmut Goldschmidt am 26. Mai 1959 eingeweiht werden. Ähnlich wie in Dortmund fügt Goldschmidt die Bauteile des jüdischen Zentrums, eine Synagoge im Osten und ein kleines Gemeindehaus im Westen, zu einem Komplex zusammen, der sich entlang der nördlich verlaufenden Straße erstreckt. Für die zwei Geschosse hohe Synagoge wählte der Architekt eine vertikale Gliederung aus verdreht gestellten, nach Osten hin höher werdenden Wandscheiben mit verbindenden Fensterschlitzen und eine horizontale Teilung für das ursprünglich zweigeschossige Gemeindehaus (später erweitert). Ein verglaster Abschnitt dazwischen markiert den Eingang. Den Synagogenraum prägen die schräggestellten, mit Holztafeln verkleideten Scheiben der Seitenwände, die so angeordnet sind, dass sich der Saal zur Ostseite zu verjüngen scheint. Eintretend kann man die bunt verglasten Fenster, die in den Lücken zwischen diesen Scheiben eingebracht sind, nicht sehen. Die Ostwand ist in ein großes Fenster aufgelöst, in das eine halbrunde Apsis für den Toraschrein eingestellt ist. So ist der Schrein von einer bunten Lichtfülle umstrahlt – eine architektonische Idee, die im zeitgenössischen Kirchenbau in ähnlicher Weise verfolgt wurde. Die Bonner Synagoge gehört in ihrer konsequent modernen Gestaltung zu den herausragenden jüdischen Bauwerken der Fünfzigerjahre. (Dr. Ulrich Knufinke)

Historische Synagogen vor Ort