Koblenz
Synagoge und Gemeindhaus
| Gemeinde: | Jüdische Kultusgemeinde Koblenz K.d.ö.R. |
| Stadt: | Koblenz |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz |
| Name: | Synagoge und Gemeindhaus |
| Bauwerk: | Synagoge mit separatem Gemeindesaal und weiteren Gemeinderäumen |
| Standort | auf dem Gelände des jüdischen Friedhofs |
| Baujahr: | 1947 zur Synagoge eingerichtet, Umbau 1950, Umbau und Gemeindesaal: 1961-62, Ursprungsbau (Trauerhalle): 1925 |
| Architekt: | Schorn, Carl (Ursprungsbau), Goldschmidt, Helmut (Umbau 1961-62) |
Hintergrund
1961-62 entwarf Helmut Goldschmidt die Umgestaltung der nach dem Krieg als Synagoge genutzten Trauerhalle des jüdischen Friedhofs in Koblenz und fügte dem Bau einen separaten Gemeindesaal hinzu. Der Ursprungsbau der Trauerhalle stammt von 1925 (Architekt: Carl Schorn). Er steht auf dem nördlichen, zur Mosel weisenden Abschnitt des Friedhofs. Ein quadratischer Kernbau mit einem Zeltdach wird von zwei niedrigen Flügeln begleitet. Ursprünglich war das Bauwerk in einem Mischstil aus expressionistischen und neoklassizistischen Elementen mit Anklängen an das Neue Bauen gestaltet. Goldschmidt verlegte den Eingang zur Synagoge von der Seite des Gräberfelds zur Straßenseite, wo eine Treppenanlage einen Niveauunterschied zur Straße entlang der Mosel überwindet. So kann vermieden werden, dass Gottesdienstbesucher über den als rituell unrein geltenden Friedhof gehen müssen, um in die Synagoge zu gelangen. Die Fassaden verloren ihre Gliederung aus horizontalen Putzstreifen, so dass der Bau heute schlichter wirkt als in den Zwanzigerjahren. Auch innen fand eine vollständige Umgestaltung statt: In die früher für die Aufbahrung des Sarges verwendete Nische auf der Ostseite wurde der Toraschrein gestellt, vor der linken (nördlichen) Seitenwand entstand eine Frauenempore. Die rechte Seitenwand, wo man früher durch ein Portal auf das Gräberfeld schreiten konnte, füllt nun ein großes Fenster aus Glasbausteinen, die einen stilisierten Davidstern bilden. Neben der Synagoge in Halle/Saale ist die Koblenzer Synagoge die einzige, die auf einem Friedhofsgelände steht – die nach dem Krieg gefundene Notlösung hat bis heute Bestand, und durch die qualitätvolle Umgestaltung Helmut Goldschmidts, dessen Einrichtung bis heute weitgehend erhalten ist, einen eigenen architektonischen Reiz. (Dr. Ulrich Knufinke)
Historische Synagogen vor Ort