Chemnitz

Synagoge und Gemeindezentrum Stollberger Straße

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Chemnitz - Synagoge und Gemeindezentrum Stollberger Straße
· Fotograf: Ulrich Knufinke

Gemeinde:Jüdische Gemeinde Chemnitz K.d.ö.R.
Stadt:Chemnitz
Bundesland:Sachsen
Name:Synagoge und Gemeindezentrum Stollberger Straße
Bauwerk:Synagoge und Gemeindezentrum
StandortStollberger Straße
Baujahr:2002
Architekt:Jacoby, Alfred

Hintergrund

Die heutige Chemnitzer Synagoge steht an der Stelle eines 1961 errichteten Gemeindehauses, das zu den wenigen Neubauten jüdischer Gemeinden in der Zeit der DDR gehörte. Da diese Räumlichkeiten nach 1990 zu klein wurden, erhielt der Architekt Alfred Jacoby den Auftrag für ein neues Gemeindezentrum mit Synagoge, das 2002 eingeweiht wurde. Die funktionell gestalteten Trakte der Gemeinderäume und ein verglastes Foyer umschließen von drei Seiten den in Form und Material herausgehobenen Synagogenbau: Auf ovalem Grundriss steigen seine Sichtbetonwände hoch, wobei sie sich nach außen neigen, so dass ein nach oben breiter werdender Kegel entsteht. Die östliche "Spitze" des ovalen Kegels ragt aus der langen Straßenfront des Gemeindezentrums heraus, ein nicht mittig eingeschnittenes Fenster öffnet hier die Betonform, die von einem umlaufenden Oberlicht abgeschlossen wird. Die nach oben weiter werdende Kegelform gibt auch dem Inneren der Synagoge einen unverwechselbaren Charakter: Die sichtbar gelassene Betonoberfläche umschließt den Raum, der vom farbig verglasten Fensterband unter dem auf geschwungenen Trägern ruhenden Dach Licht erhält. Der leuchtend blau überzogene Toraschrein, gebildet aus einem auf seiner Spitze stehenden Kegel, steht nicht im mit Holz verkleideten Scheitel des Ovals, sondern etwas nach links versetzt. Mit ihm korrespondiert das ebenfalls in Blautönen verglaste Ostfenster, das aus der Mittelachse nach rechts verschoben ist. Eine Empore ist so in den Westteil des Raums eingefügt, dass sie die geneigten Betonwände möglichst nicht berührt. (Dr. Ulrich Knufinke)

Historische Synagogen vor Ort