Aachen

Synagoge und Gemeindezentrum Synagogenplatz

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Innenraum der Synagoge
· Fotograf: Ulrich Knufinke

Gemeinde:Jüdische Gemeinde Aachen K.d.ö.R.
Stadt:Aachen
Bundesland:Nordrhein Westfalen
Name:Synagoge und Gemeindezentrum Synagogenplatz
Bauwerk:Synagoge und Gemeindezentrum
StandortSynagogenplatz 23
Baujahr:1995, Einweihung am 18. Mai 1995
Architekt:Jacoby, Alfred

Kommentar

Der Neubau steht an der Stelle der 1861 eingeweihten und 1938 zerstörten Synagoge

Hintergrund

Das Gemeindezentrum in Aachen wurde 1995 auf dem Grundstück der 1938 zerstörten Synagoge der Stadt eingeweiht. Es löste einen 1957 fertig gestellten Bau in der Oppenhoff-Allee ab, wo der Architekt Karl Gerle ein älteres Gebäude zum Gemeindehaus mit einer geräumigen Synagoge in den Obergeschossen umgebaut hatte (heute Wohn- und Geschäftshaus). Alfred Jacoby entwarf den neuen Baukomplex, mit dem die jüdische Gemeinde wieder ins Zentrum der Stadt einzog. Eine konkav geschwungene Mauerscheibe bildet die Fassade zum heute so genannten Synagogenplatz, eine zwei Geschosse hohe und sehr breite Verglasung markiert den Haupteingang zum Foyer von Synagoge und Gemeindezentrum. Der zylindrische Baukörper des Betsaals steigt dahinter auf, nur aus größerer Entfernung kann man sein gewölbtes Dach erkennen. Das Zentrum des kreisrunden Innenraums bildet die ebenfalls runde Bima mit dem Pult zur Verlesung aus der Tora, die Bankreihen umschließen sie konzentrisch, wie auch die Empore die Wände des Zylinders im Dreiviertelkreis umläuft. Der hölzerne Toraschrein steht in einer hohen, rechteckigen Nische. Je vier senkrechte Schlitzfenster mit Bleiverglasungen von Johannes Schreiter sind rechts und links davon angeordnet. Ein Fensterband umläuft den kuppelartigen Dachaufbau. Ein Oberlichtstreifen durchteilt das Dach so, dass er den Raum auf den Toraschrein hin ausrichtet. Ein Hängeleuchter in Gestalt eines dreidimensionalen Davidsterns akzentuiert die Position der Bima. Der insgesamt schlichte und etwas kühle Raumeindruck, den Materialien wie kleinteilige Mosaikfliesen für den Boden und polierter Stahl für die Geländer begünstigen, wird gemildert durch den Einsatz von Holz und die in warmen Tönen gehaltenen Fenster. (Dr. Ulrich Knufinke)

Historische Synagogen vor Ort