Oldenburg

Synagoge und Gemeindehaus Wilhelmstraße

1. von 3 Fotos

Synagoge Wilhelmstraße
· Fotograf: Ulrich Knufinke

Gemeinde:Jüdische Gemeinde zu Oldenburg e.V.
Stadt:Oldenburg
Bundesland:Niedersachsen
Name:Synagoge und Gemeindehaus Wilhelmstraße
Bauwerk:Synagoge in einem älteren Gebäude (vormals christl. Kapelle)
Baujahr:1995, Einweihung am 5. März 1995
Architekt:Queße, H. (Ursprungsbau von 1867), Brandes, H. (Umbau 1913), Hochbauamt Stadt Oldenburg (Umgestaltung zur Synagoge 1994-95)

Hintergrund

Das Gebäude der Oldenburger Synagoge hat eine ungewöhnliche Vorgeschichte. 1867 wurde es als Kapelle einer kleinen christlichen Gemeinschaft errichtet. Das Gotteshaus greift daher das in dieser Zeit geläufige Formenrepertoire der schlichten Neogotik auf. Vor allem der Giebel mit seinem Zinnenkranz und dem hohen, einen Turm andeutenden Firstaufsatz gibt dem Bau einen gewissen sakralen Charakter. 1994-95 fand der Umbau der früheren Kapelle zur Synagoge statt. Die Räume des Erdgeschosses dienen heute unter anderem als Bibliothek, der Betsaal befindet sich im Obergeschoss. Indem man das Balkenwerk des Dachstuhls offen sichtbar ließ, erhielt der Raum, der sonst recht niedrig gewesen wäre, einen besonderen Charakter. In der modernen Einrichtung fällt der Toraschrein auf, ein schöner Schrank des 18. Jahrhunderts. Darüber sind im Ostgiebel zwei Spitzbogenfenster und ein Rundfenster angeordnet, die bunt verglast sind. Das benachbarte Haus, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammend, dient heute als Gemeindehaus, in einem neuen Anbau befindet sich ein Ritualbad (Mikwe). Die Oldenburger Synagoge war nach 1945 die erste in Deutschland, die in einem früheren christlichen Gotteshaus eingerichtet wurde. (Dr. Ulrich Knufinke)

Historische Synagogen vor Ort