Frankfurt a.M.

Westendsynagoge

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Westendsynagoge
· Fotograf: Ulrich Knufinke

Gemeinde:Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R.
Stadt:Frankfurt a.M.
Bundesland:Hessen
Name:Westendsynagoge
Bauwerk:Synagoge und Gemeindehaus
StandortWestendstaße 43
Baujahr:1946 als Synagoge wiederhergestellt; in den 50er Jahren innen umgestaltet, später weiter verändert
Architekt:Röckle, Franz (Ursprungsbau)

Hintergrund

In den späten Jahren des Kaiserreichs wurden in Frankfurt gleich zwei große Synagogen errichtet: die orthodoxe Synagoge Friedberger Anlage (1907 eingeweiht, 1938 zerstört) und die so genannte Westend-Synagoge für liberale Gemeindemitglieder. Franz Roeckle entwarf den 1910 eingeweihten Komplex in Formen der frühen Moderne. Der eigentliche Synagogenbaukörper steigt hinter einem Vorhof auf, an den sich links ein Trakt mit den weiteren Gemeinderäumen anschließt. Innen zeigt sich die Synagoge als ein überkuppelter Zentralraum mit vier kurzen, tonnengewölbten Kreuzarmen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Innenraum verwüstet, doch konnten schon bald nach Kriegsende wieder erste Gottesdienste gefeiert werden. 1950 fand die feierliche Einweihung des wiederhergestellten Bauwerks statt, das innen deutlich "modernisiert" wurde: Der ornamentale und vielfarbige Stuck wurde reduziert, ein neuer Toraschrein und eine Bima im Zentrum des Raums entstanden im Geschmack der Zeit. Erst in den Neunzigerjahren legte man die Reste der alten Dekoration wieder frei und gestaltete einige Elemente neu, so dass der Raum sich heute dem ursprünglichen Eindruck annähert, ohne eine vollständige Rekonstruktion der historischen Verluste zu versuchen. Die Westend-Synagoge gehört mit der Synagoge in der Rykestraße und der Augsburger Synagoge zu den bedeutendsten erhaltenen und von einer jüdischen Gemeinde lebendig genutzten Zeugnissen der Blütezeit der Synagogenarchitektur in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg. (Dr. Ulrich Knufinke)

Historische Synagogen vor Ort