Schon während seiner Amtszeit in Oppeln verfasste Leo Baeck
sein Hauptwerk "Das Wesen des Judentums". Es ist das klassische
Denkmal einer liberalen jüdischen Theologie. Baeck kämpft darin für die
Anerkennung des Judentums und bringt die Gedanken
eines religiös-liberalen Judentums in ein theologisches System. Das jüdische
Sittengesetz ist seiner Ansicht nach der höchste Ausdruck und die tiefste Form
der sittlichen Weltanschauung - also das Sittengesetz der Menschheit schlechthin,
und seine Verwirklichung daher oberstes Ziel der menschlichen Vollkommenheit.
Im modernen Judentum wird Baeck als der "Heilige von Theresienstadt"
verehrt.
Zum Gedenken an den großen Gelehrten wurde 1954 in New York
das Leo-Baeck-Institute gegründet. Es hatte die der Aufgabe, die Geschichte der
deutschsprachigen Juden zu erforschen. Bis heute gibt es sowohl in Jerusalem als
auch in London Dependancen des Instituts.
Von der Vereinigung britischer (liberaler)
Reform-Synagogengemeinden wurde 1956 in London das Leo-Baeck-College als
jüdisch-theologische Lehranstalt errichtet.
In Berlin sind eine Straße und ein jüdisches Altersheim nach
ihm benannt.
Seit April 1999 ist
das Gebäude der ehemaligen Hochschule für
die Wissenschaft des Judentums in der Berliner Tucholskystrasse 9 Sitz des
Zentralrats der Juden in Deutschland. Es trägt den Namen
"Leo-Baeck-Haus". Seit 1956 wird hier alljährlich der Leo-Baeck-Preis
verliehen.