Heute, da Sie uns das zweite Mal beehren, da die Hochschule für Jüdische Studien das erste Mal in ihrer knapp dreißigjährigen Geschichte vom Besuch des Regierungsoberhauptes beehrt wird, steht die Hochschule vor der Aufgabe, den neuen Herausforderungen zu genügen: Zum einen die jüdische Gemeinschaft Deutschlands mit gut ausgebildetem Personal für religiöse Führung, Lehre und Jugendarbeit zu versorgen, zum anderen wissenschaftlich und gesellschaftlich in das Land hinauszuwirken. Wir sind heute unterwegs, uns als europäisches Kompetenzzentrum für Jüdische Studien zu etablieren. Mit acht festen Professuren, einer Anzahl an neuen Studiengängen, nationalen und internationalen Kooperationen und nicht zuletzt mit der sich abzeichnenden zukünftigen Unterbringung unter einem Dach in unserer vor dem Ausbau stehenden Altneuschule in der Landfriedstrasse sind wir wie keine andere Institution dazu imstande.
Sie werden, verehrte Frau Bundeskanzlerin, heute hier zu folgendem Thema sprechen: „Toleranz. Die Basis des Miteinanders der Religionen und Kulturen“. Danach werden Sie mit Studierenden unserer Hochschule zu diesem Thema ein Podiumsgespräch führen. Ich denke, das Miteinander der Religionen und Kulturen in Deutschland und Europa ist bei uns, wo jüdische und nichtjüdische Dozierende und Studierende in einer christlich geprägten Umgebung gemeinsam jüdische Studien betreiben, mit dem Ziel, in die pluralistische Gesellschaft auszustrahlen, eine gelebte Realität, auf die das von Ihnen gewählte Thema hervorragend zutrifft. Ich freue mich auf Ihre Ausführungen und darf Ihnen das Wort geben.
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