Bundespräsident zu Gast in Heidelberg


Mit großem Interesse hat sich Bundespräsident Horst Köhler vom Vize-Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Prof. Dr. Salomon Korn, und vom Rektor der Hochschule für Jüdische Studien, Prof. Dr. Alfred Bodenheimer, die Neubaupläne für den Erweiterungsbau der Hochschule bei seinem Besuch in Heidelberg erläutern lassen. Außerdem hat das Staatsoberhaupt die Gelegenheit genutzt, mit Studenten über die Bedeutung ihres Studium an dieser besonderen Einrichtung für jüdische Forschung und Lehre, die ganz in der Tradition jüdischer Wissenschaftszentren wie sie vor 1993 bestanden, steht, zu diskutieren. Auf die Perspektive für Studenten der HfJS – ob jüdisch oder nicht – angesprochen, zeigte sich das Staatsoberhaupt optimistisch: „Studenten und Absolventen der jüdischen Hochschule sind auch Brückenbauer für Toleranz und Verständigung, deshalb bin ich besonders froh darüber, dass, neben jüdischen Studenten, auch ein großer Teil der hier Studierenden nicht-jüdischen Glaubens ist." Horst Köhler betonte gleichzeitig, dass er sehr froh darüber sei, dass eine solche Einrichtung zur Erforschung der jüdischen Kultur, Geschichte und Religion «wieder in unserer Mitte» ist und würdigte die Bedeutung jüdischen Lebens in Deutschland und rief zugleich zu mehr Zivilcourage gegen Antisemitismus auf. «Die Träume von einer stärkeren Unbefangenheit jüdischen Lebens in Deutschland stoßen sich auch heute an einer Wirklichkeit, in der es immer noch offenen und latenten Antisemitismus gibt», sagte Köhler. Darüber hinaus ging es in den Gesprächen auch um den Forschungsstand der Hochschule zur jüdischen Geschichte, Kultur und Religion und ihren Auftrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs, der Ausbildung von Religionslehrern und Kantoren, sowie der Rabbinerausbildung, die in Zusammenarbeit mit dem Abraham Geiger Kolleg in Potsdam stattfindet.