Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) vertritt auf dem Gesamtgebiet der Wohlfahrtspflege die jüdischen Landesverbände, jüdischen Gemeinden sowie den jüdischen Frauenbund. Sie stellt den Zusammenschluss der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland dar und ist ihre Spitzenorganisation. Als nicht-politische Vertretung der jüdischen Gemeinden ist sie neben dem Zentralrat der Juden in Deutschland die zweite öffentliche Institution der jüdischen Gemeinschaft, beide Dachorganisationen arbeiten in vielen Bereichen zusammen. Seit 1956 ist die ZWST gemeinsam mit DRK, Diakonie, Caritas, AWO und Paritätischem Wohlfahrtsverband Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW).

1917 wurde der Verband als „Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden" gegründet, um die vielfältigen sozialen Einrichtungen einer einst blühenden jüdischen Gemeinschaft zu koordinieren. Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus wurde die ZWST 1939 zwangsweise aufgelöst. Im Jahre 1951 wurde der Verband unter seinem heutigen Namen wiedergegründet – in erster Linie um die Not der Überlebenden des Holocausts zu lindern. Die ZWST begann ihre Arbeit als „Ein-Mann-Betrieb". Heute gehören rund 100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zum festen Stab des Wohlfahrtsverbandes, hinzu kommen freie Kräfte und zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Das soziale Engagement der ZWST umfasst u.a. Freizeiten und Erholungsmaßnahmen für Senioren und Jugendliche, ein breites professionelles Fortbildungsangebot, die Förderung des Ehrenamtes sowie vielfältige Projekte auf dem Gebiet der Jugend- und Sozialarbeit und unterstützt die soziale Arbeit in den jüdischen Gemeinden.

Die Zuwanderung aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion seit 1990 bedeutet einen Umbruch für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland. Die Mitgliedszahlen haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht (rund 100.000 zugewanderte Gemeindemitglieder von insgesamt 105.000, Stand 2010). Daher ist die langfristige Integration der Gemeindemitglieder mit Migrationshintergrund ein Schwerpunkt der sozialen Arbeit der ZWST, entsprechend dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe". Heute sind die Stärkung jüdischer Identität, die Unterstützung der Gemeinden (Stärkung der Infrastruktur, Nachwuchsförderung, Professionalisierung) sowie bedarfsgerechte Hilfsangebote für spezifische Zielgruppen (Überlebende des Holocaust, Menschen mit Behinderung) zentrale Aufgabengebiete der ZWST.

Einrichtungen der ZWST:

  • Bildungs- und Erholungsstätte Max-Willner-Heim (Bad Sobernheim)
  • Kurhotel Eden-Park (Bad Kissingen)
  • ZWST Zweigstelle Berlin (Integrationszentrum Hatikwa, Jüdische Galerie, Kunstatelier für Menschen mit Behinderung)
  • ZWST Zweigstelle Mecklenburg-Vorpommern
  • ZWST Zweigstelle Sachsen
  • ZWST Integrationszentrum „Kibuz" (Potsdam)
  • Überregionale Beratungsstelle Land Brandenburg (Potsdam)
  • Beratungsstelle Stadt Potsdam

Regelmäßige Veröffentlichungen:

  • Tätigkeitsbericht (jährlich)
  • Mitgliederstatistik der jüdischen Gemeinden und Landesverbände in Deutschland, Frankfurt a.M. (jährlich)
  • Magazin "ZWST informiert" (4 Ex. jährlich)

Weitere Informationen und Kontakt:

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)
Hebelstr. 6
60318 Frankfurt/Main

Tel.: 069 / 944371-0
Fax: 069 / 49 48 17

zentrale@zwst.org
www.zwst.org