16.08.2005

Bat-Mizwa

Religiöse Mündigkeit der Mädchen

Was nun Mädchen angeht, so ist der Termin ihrer Volljährigkeit die Beendigung des 12. Lebensjahres. Von diesem Zeitpunkt an gilt das Mädchen als erwachsen und als heiratsfähig. Eine spezielle Zeremonie ist nicht obligatorisch und in gesetzestreuen Kreisen auch nicht üblich. In liberalen Gemeinden gibt es allerdings eine Art Mädcheneinsegnung, die als Bat-Mizwa (Tochter der Pflicht) bezeichnet wird. In Deutschland ist eine derartige Zeremonie erstmals im Jahr 1817, und zwar in Berlin, belegt.

Die Bat-Mizwa-Feier findet einmal im Jahr statt, und zwar im Rahmen des Gottesdienstes des Wochenfestes (Schawuot). Bei dieser Gelegenheit hält die nunmehr erwachsene Frau einen kleinen Vortrag über ein religiöses Thema, und der Rabbiner hält eine Ansprache, die sich speziell an das neue Gemeindemitglied richtet.

In einigen liberalen Gemeinden geht man heute so weit, daß für die Mädchen eine individuelle Zeremonie mit aktiver Teilnahme am Gottesdienst – ganz entsprechend der Bar-Mizwa der Jungen – stattfindet.

Aus: Heinrich Simon: Leben im Judentum
Verlag Hentrich & Hentrich und Centrum Judaicum Berlin, 2003