
Ein Wochenende mit interessanten Vorträgen, spannenden Diskussionen und bester Unterhaltung erwartet Sie.
Zum Tod von Arno Lustiger sel. A. drückt der Zentralrat der Juden in Deutschland sein tiefes Bedauern und den Angehörigen sein aufrichtiges Mitgefühl aus.
Der 1924 in Polen geborene Historiker starb am Dienstag in Frankfurt am Main. Lustiger, Sohn polnischer Juden, überlebte mehrere Konzentrationslager und den Todesmarsch von einem Außenlager des Vernichtungslagers Auschwitz zum KZ Groß-Rosen in Niederschlesien. Im April 1945 floh Lustiger vor einem weiteren Todesmarsch und wurde von US-amerikanischen Soldaten gerettet. Seit Kriegsende lebte Lustiger in Frankfurt am Main, wo er die Jüdische Gemeinde mitbegründete.
Bei der jüngsten Sitzung des Direktoriums am Sonntag (13. Mai 2012) in Frankfurt am Main war der neue israelische Botschafter, S. E. Yacov Hadas-Handelsman, zu Gast. Hadas-Handelsman erläuterte seine Einschätzung zur Lage im Nahen Osten und zum Konflikt mit dem Iran. Daneben zeigte er die Perspektiven seiner künftigen Arbeit auf und skizzierte die aktuellen Herausforderungen im deutsch-israelischen Verhältnis. Yacov Hadas-Handelsman hatte am 9. März 2012 sein neues Amt in Berlin angetreten.
Schon lange nicht war Israel so sehr auf unsere Solidarität angewiesen wie in diesem Jahr zum israelischen Unabhängigkeitstag Jom Haazmaut am 5. Ijar/26. April. Denn gerade erst hat uns doch die Debatte über das unselige Gedicht von Günter Grass schlagartig wieder einmal bewusst gemacht: Israel gerät in der öffentlichen Diskussion zu häufig zu Unrecht unter zunehmenden Druck und wird einseitig verurteilt. Allzu häufig wird ausgerechnet Israel als das Hindernis für Frieden im Nahen Osten dargestellt, ja sogar als Aggressor im Konflikt mit dem Iran. Dieser verbogenen Verdrehung der Tatsachen müssen und werden wir Juden in Deutschland immer entschieden entgegentreten!

Die gebürtige Ukrainerin Yelena Tyshayeva ist in einer Feierstunde im Büro des Zentralratspräsidenten, Dr. Dieter Graumann, in Frankfurt am Main von der Nationalen Holocaust-Gedenkstätte des Staates Israel posthum als „Gerechte unter den Völkern" geehrt worden. Die Feierstunde wurde zusammen mit der israelischen Botschaft ausgerichtet, die diese Ehrungen außerhalb Israels vornimmt.

Beitrag von Dr. Dieter Graumann im Handelsblatt (05.04.2012) | Antwort auf Günter Grass
Mit seinem Israel-Gedicht transportiert Günter Grass eine üble Gesinnung. Er benutzt Begriffe aus dem Nazijargon. Damit demontiert und demaskiert sich der Nobelpreisträger selbst. „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." Das wusste schon Paul Klee. Und was hier sichtbar wird über Günter Grass, ist so hässlich und wäre doch besser unsichtbar geblieben. (...)
Seit anderthalb Jahren steht der Frankfurter Dieter Graumann an der Spitze des Zentralrats der Juden. Er lobt die Integrationsleistung der Gemeinden und tadelt Geschäftemacher.
Was schätzen Sie an Frankfurt?
Dass hier so viele Menschen aus so vielen Ländern so selbstverständlich miteinander umgehen. Frankfurt rühmt sich seiner liberalen Geschichte, die hatte die Stadt allerdings auch nicht immer. Im 19. Jahrhundert hat sich Frankfurt nicht immer mit Ruhm bekleckert, wenn ich nur zum Beispiel an das jüdische Ghetto denke, und im Dritten Reich war es schon erst recht nicht weit her mit der Liberalität. Aber seit den fünfziger, sechziger Jahren ist Frankfurt ein Hort der Toleranz und Internationalität. Daher fühlt sich wohl auch die jüdische Gemeinschaft hier ganz besonders zu Hause.
Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland repräsentiert und lebt heutzutage die allerbesten Traditionen unseres Judentums: Die ernsthafte Verantwortung, unsere wertvolle jüdische Substanz zu bewahren, die lebhafte Fantasie, sich aufgeschlossen und modern auch neuen Herausforderungen zu stellen und die feste Entschlossenheit, gerade und ausgerechnet hier in Deutschland wiederum eine ganz neue jüdische Gemeinschaft gemeinsam aufzubauen - allen Katastrophen ausdrücklich zum Trotz.
Die Zuwanderung von Juden aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion hat zu einer Neubauwelle von Synagogen in Deutschland geführt. Diese erfreuliche Entwicklung kann mithilfe des Synagogendossiers nachvollzogen werden. Zusammengestellt wurden diese Daten von Dr. Ulrich Knufinke, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa.
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