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auf der Internetseite des Zentralrats der Juden in Deutschland

18.1.2017 / 20 Tevet 5777
  • Presseerklärungen / 17.01.2017

    Urteil zur NPD ist verpasste Chance

    Mit der Ablehnung eines NPD-Verbots durch das Bundesverfassungsgericht ist eine wichtige Chance vertan worden, wirksam gegen diese menschenverachtende Partei vorzugehen und die Demokratie zu stärken. Die NPD kann derzeit mit Hilfe von Hunderttausenden Euro aus Steuergeldern ihre braune Ideologie verbreiten und in der rechten Szene wichtige logistische Unterstützung leisten.

  • Aktuell / 10.01.2017

    Neujahrsempfang bei Bundespräsident Gauck

    Dr. Schuster begrüßt Bundespräsident Joachim Gauck und Daniela Schadt.

    Zum letzten Mal in seiner Amtszeit hat am Dienstag (10.1.) Bundespräsident Joachim Gauck mit First Lady Daniela Schadt zum Neujahrsempfang ins Schloss Bellevue eingeladen. Unter den zahlreichen Teilnehmern war auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster. Dr. Schuster überbrachte dem Bundespräsidenten im Namen der jüdischen Gemeinschaft alle guten Wünsche für das Jahr 2017.

  • Presseerklärungen / 10.01.2017

    Zum Tod von Alt-Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat mit tiefer Trauer auf die Nachricht vom Tod Roman Herzogs reagiert. Der Alt-Bundespräsident war der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland eng verbunden. Er erhielt 1998 für sein Engagement den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden.

    Schon als Richter bzw. Präsident des Bundesverfassungsgerichts hatte sich Prof. Dr. Herzog um das jüdische Leben in Deutschland verdient gemacht, etwa mit dem Urteil, in dem die Auschwitz-Lüge als Straftatbestand bestätigt wurde. In vielen Reden als Bundespräsident betonte Roman Herzog die Singularität der Shoa. Auch war es Prof. Dr. Herzog, der 1996 den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, proklamierte und damit weltweit ein wegweisendes Zeichen setzte.

  • Aktuell / 20.12.2016

    Bestürzung über den Angriff auf den Weihnachtsmarkt in Berlin

    Dr. Josef Schuster.

    „Mit großer Bestürzung hat der Zentralrat der Juden in Deutschland die Nachricht vom Angriff auf die Besucher des Berliner Weihnachtsmarktes aufgenommen. Wir sind zutiefst erschüttert. Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit, in der sich unsere Gesellschaft auf Werte wie Nächstenliebe, Güte und Frieden besinnt, wurde unser Land durch diesen abscheulichen Angriff erneut ins Mark getroffen.

    Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden. Den Verletzten wünschen wir rasche Genesung.

    Unser Denken und Handeln darf dennoch nicht von Terror und Angst vereinnahmt werden. Am 24. Dezember beginnen das Weihnachtsfest und das jüdische Lichterfest Chanukka. Mögen die Botschaften dieser beiden Feste uns Kraft spenden in diesen schweren Stunden.“

  • Presseerklärungen / 11.12.2016

    Größter Gemeindetag des Zentralrats der Juden zu Ende gegangen

    War Gast des Gemeindetags: Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble (2. v. r.), mit unserem Präsidenten Dr. Josef Schuster (2. v. l.) und den Vizepräsidenten Abraham Lehrer (l.) und Mark Dainow (r.).

    Mit einer Keynote-Rede von Bundesjustizminister Heiko Maas ist am Sonntag in Berlin der bislang größte Gemeindetag des Zentralrats der Juden in Deutschland zu Ende gegangen. Vier Tage lang haben rund 1.200 Mitglieder der jüdischen Gemeinden aus ganz Deutschland ein vielfältiges Programm aus Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen, Stadtführungen, Autorenlesungen, Filmgesprächen, Gottesdiensten sowie Auftritten fulminanter Künstler erlebt. Einer der Höhepunkte war die gemeinsame Feier des Schabbats mit der israelischen A-Capella-Gruppe „Mafteach Soul“.

  • Reden und Texte / 08.12.2016

    "Unser jüdisches Haus soll in Deutschland eine Zukunft haben"

    Rede des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, zur Eröffnung des Gemeindetags, 8.12.2016, Berlin

    Anrede,

    als ich heute auf dem Weg von Würzburg nach Berlin war, da kam mir mit einem Male ein Gedanke: Nämlich der Gedanke, dass just zur gleichen Zeit aus allen Ecken der Republik zig Mitglieder unserer Gemeinden ebenfalls auf dem Weg nach Berlin sind. Zu Hunderten haben wir uns heute auf den Weg gemacht.

    Und bei diesem Gedanken wurde mir sehr warm ums Herz. Und der Gedanke erfüllte mich auch mit Stolz. Stolz, dass eine selbstbewusste jüdische Gemeinschaft von Alt bis Jung zu einem Treffen dieser Größe zusammenkommt.

  • Aktuell / 06.12.2016

    Gemeinsame Erklärung des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Kultusministerkonferenz zur Vermittlung jüdischer Geschichte, Religion und Kultur in der Schule

    Dr. Josef Schuster und KMK-Präsidentin Dr. Claudia Bodegan unterzeichneten die Gemeinsame Erklärung.

    Das Judentum ist seit vielen Jahrhunderten integraler Bestandteil der deutschen und europäischen Kultur, Geschichte und Gesellschaft.
    Jüdisches Leben ist indes in vielen gesellschaftlichen Bereichen kaum sichtbar und wird, beispielsweise in Schulbüchern und anderen Bildungsmedien, vielfach nur auf einzelne Elemente oder auf einige wenige Epochen der Geschichte verkürzt, zum Teil verzerrt und undifferenziert dargestellt.

  • Presseerklärungen / 27.11.2016

    Zentralrat und BA-Chef Weise: Integration der Flüchtlinge muss Priorität haben

    Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster (2. v. r.) und die Vizepräsidenten Mark Dainow (r.) und Abraham Lehrer (l.) begrüßten BA-Chef Frank-Jürgen Weise (2. v. l.).

    Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, war am Sonntag (27.11.) Gast der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden in Deutschland. Dabei kam es zu einem intensiven Gedankenaustausch über die aktuellen Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik. Die Delegierten der Ratsversammlung und Herr Weise waren sich darin einig, dass die gesellschaftliche Integration der Flüchtlinge jetzt oberste Priorität haben müsse.

  • Reden und Texte / 24.11.2016

    "Antisemitismus ist keineswegs nur eine Gefahr für Juden"

    Grußwort von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster beim Fachgespräch Antisemitismus der Bundestagfraktion B‘90/Die Grünen, 23.11.2016, Berlin.

    Fachgespräch im Bundestag mit Dr. Josef Schuster (3. v. l.)

    Anrede,

    ja, wir kennen dies: „An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld“. Daraufhin fragt jemand: „Warum die Radfahrer?“. Was als schlechter Scherz zu verstehen ist, spiegelt doch im Kern eine traurige Realität wider. Antisemitismus ist existent, heute und auch in Deutschland. Dieser irrationale Menschenhass auf Juden speist sich aus Vorurteilen und negativen Zuschreibungen, die aber nichts mit dem Realen zu tun haben.

    Der Antisemitismus, verehrte Anwesende, ist in den letzten Jahren auf verheerende Weise wieder sichtbar geworden. Ja, er scheint sogar auf dem Vormarsch zu sein – in ganz Europa. Ich möchte alles andere als Panik schüren oder gar Worst-Case-Szenarien hervorrufen. Das ist auch gar nicht nötig. Es reicht, wenn wir uns einmal die Faktenlage anschauen.

  • Presseerklärungen / 13.11.2016

    Jüdischer Tag der guten Taten in ganz Deutschland voller Erfolg

    In ganz Deutschland haben sich heute (Sonntag, 13. November) jüdische Gemeinden und Organisationen am Mitzvah Day, dem jüdischen Tag der guten Taten, beteiligt. Unter dem Motto „Mizwa goreret Mizwa“ – „Eine gute Tat führt zur Nächsten“ engagierten sich rund 2.000 Teilnehmer in mehr als 100 Aktionen in 40 Städten ehrenamtlich für ihre Mitmenschen. Damit wurde der Rekord des Vorjahres wieder eingestellt.

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland koordiniert seit 2013 den Mitzvah Day Deutschland. Dabei kommt es nicht darauf an, Geld zu spenden, sondern Zeit. Einige Gruppen besuchten Seniorenheime und brachten selbstgebackenen Kuchen mit, andere iniierten Spielenachmittage für Flüchtlingskinder, manche sammelten Kleidung und Spielzeug für bedürftige Menschen, und manche Gruppen kümmerten sich auf jüdischen Friedhöfen um Gräber, die niemand mehr besucht, oder reinigten die Friedhöfe.

  • Reden und Texte / 10.11.2016

    "Der Blick zurück mahnt uns, unsere Werte zu verteidigen"

    Rede von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster beim Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938, Würzburg, 9.11.2016

    Dr. Josef Schuster

    Anrede,

    seit der Pogromnacht von 1938 – als in ganz Deutschland und in Österreich Synagogen brannten, jüdische Geschäfte verwüstet wurden und tausende Juden verhaftet oder getötet wurden – seitdem sind 78 Jahre vergangen. Das ist für uns Nachgeborene eine lange Zeit. Die Geschehnisse dieser Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 sind sehr weit weggerückt. Die meisten von uns können sich nicht wirklich vorstellen, was damals passiert ist.

    Deshalb spielen neben der historischen Forschung die Zeitzeugen so eine wichtige Rolle. Sie können aus eigenem Erleben die unfassbaren Ereignisse schildern.

    Doch gerade in diesem Jahr ist uns wieder schmerzlich bewusst geworden, dass wir nicht mehr lange die Möglichkeit haben werden, Zeitzeugen zuzuhören. Denn in diesem Jahr sind sehr prominente Vertreter dieser Generation gestorben: Elie Wiesel, Fritz Stern, Max Mannheimer und Rabbiner Nathan Peter Levinson. Das waren Persönlichkeiten, die nicht nur bereit waren, von ihrem Schicksal zu erzählen. Sie waren darüber hinaus bereit zur Versöhnung und gingen nach dem Krieg auf die nicht-jüdischen Deutschen wieder zu. Sie hatten es sich zur Aufgabe gemacht, gerade jüngere Deutsche über die historischen Ereignisse aufzuklären.