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auf der Internetseite des Zentralrats der Juden in Deutschland

20.9.2017 / 29 Elul 5777
  • Aktuell / 20.09.2017

    Bei Antisemitismus werden wir nie schweigen

    Gedanken zu Rosch Haschana von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster

    Typische Speise an Rosch Haschana: der Granatapfel.

    Im Juni hat der bekannte Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Patrick Bahners, einen Text veröffentlicht, den er mit „Die Angst vor dem A-Wort“ überschrieben hat. Darin behauptet er, dass es in Deutschland so etwas wie ein Meinungskartell gebe, dass jeden Israel-Kritiker als Antisemiten abstempele. Die Furcht vor dem „A-Wort“ schade unserer Meinungsfreiheit.

    Das „A-Wort“ hat auch für den Zentralrat der Juden in Deutschland die politische Arbeit im zurückliegenden Jahr bestimmt. Allerdings mitnichten, weil wir uns vor dem Begriff Antisemitismus fürchten. Und auch nicht, weil wir den Begriff erfolgreich einsetzten, um unsere Kritiker und Gegner mundtot zu machen.

  • Presseerklärungen / 20.09.2017

    Zentralrat begrüßt Kabinettsbeschluss zur Antisemitismus-Definition

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt den Beschluss der Bundesregierung, die Bekämpfung des Antisemitismus zu verstärken. Wenn die international vereinbarte Definition von Antisemitismus künftig in den Schulen, in der Ausbildung im öffentlichen Dienst und in der Justiz berücksichtigt wird, ist damit ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Antisemitismus getan. Auch die Polizei erhält mit der Antisemitismus-Definition ein Werkzeug an die Hand, mit dem antisemitische Straftaten auch als solche effektiv eingestuft werden können.

  • Presseerklärungen / 15.09.2017

    Zentralrat der Juden: Kampf gegen Rechtsextremismus massiv verstärken

    Gespräch mit Trägern des Paul-Spiegel-Preises für Zivilcourage

    Das Präsidium des Zentralrats und die Preisträger.

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland ruft dazu auf, den Kampf gegen Rechtsextremismus massiv zu verstärken. Alle demokratischen Kräfte – die Parteien und die Zivilgesellschaft – müssen zusammenstehen, um den Umtrieben der Rechtsextremisten Einhalt zu gebieten. Dies muss auch eine vordringliche Aufgabe für die neue Bundesregierung nach der Wahl sein. Ebenso muss das Augenmerk stärker auf radikalisierte Jugendliche generell gerichtet werden.

  • Reden und Texte / 11.09.2017

    "Anwälte der Schwachen und Bedürftigen"

    Grußwort von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen der ZWST, 10.9.2017, Frankfurt

    Lobte das soziale Engagement der Mitarbeiter und Ehrenamtler: Dr. Josef Schuster.

    Anrede,

    um 100 Jahre ZWST zu würdigen, möchte ich Ihnen gerne von Paul Bertold erzählen. Sie kennen Paul Bertold nicht? Paul Bertold veröffentlichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Erzählungen und ein Theaterstück sowie eine Schrift über Juden in Galizien.

    Paul Bertold ist für die Zentralwohlfahrtsstelle eine entscheidende Figur. Denn eigentlich verbarg sich dahinter eine Frau, der es zu wenig war, als höhere Tochter ihr Leben zu verbringen. Berufstätigkeit, geschweige denn die Veröffentlichung eigener Werke - das war damals bei Frauen nicht gern gesehen. Deshalb wählte Bertha Pappenheim ein männliches Pseudonym: Paul Bertold.

  • Presseerklärungen / 08.09.2017

    Zentralrat der Juden startet Begegnungsprojekt für Schüler

    Wie sehen Juden eigentlich aus? Feiern Juden Weihnachten? Sind alle Juden Israelis? Mit solchen Fragen sind Lehrer häufig in der Schule konfrontiert. Um antisemitische Vorurteile aus dem Weg zu räumen und das Wissen über das Judentum zu vergrößern, startet der Zentralrat der Juden in Deutschland in diesem Schuljahr bundesweit das Projekt „Likrat – Jugend und Dialog“ (hebr.: aufeinander zu).

  • Reden und Texte / 07.09.2017

    "Der Schmerz ist nicht in Worte zu fassen"

    Grußwort von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster anlässlich des Besuchs des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin in der KZ-Gedenkstätte Dachau, 6. 9. 2017

    In der KZ-Gedenkstätte Dachau: der israelische Präsident Reuven Rivlin (5. v. l.), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Zentralratspräsident Josef Schuster (2. v. l.) begrüßte die Gäste.

    Anrede,

    „Ich erzähle von Auschwitz, Warschau, Dachau ohne mich von dem Ungeist von Auschwitz beherrschen zu lassen, indem ich versuche Brücken zu bauen zwischen Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern, mit je unterschiedlichem Hintergrund, über alle politischen und religiösen Hindernisse hinweg.“

    Diese Worte stammen von Max Mannheimer sel. A. Er sprach sie am Holocaust-Gedenktag 2015, vor dem Bayerischen Landtag. Max Mannheimer überlebte die Konzentrationslager Dachau und Auschwitz. Er setzte sich Zeit seines Lebens dafür ein, die Erinnerung wachzuhalten und Brücken zu bauen. Im vergangenen Jahr ist er für immer von uns gegangen.

  • Presseerklärungen / 06.09.2017

    Keine Unterstützung mehr für BDS-Bewegung – Gespräch des Regierenden Bürgermeisters mit Zentralrat der Juden

    Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, wird sich persönlich dafür einsetzen, dass Gruppen oder Veranstalter, die die anti-israelische BDS-Bewegung unterstützen ähnlich wie in Frankfurt/M. und München keine städtischen Räume oder Zuschüsse mehr bekommen. Ebenso machte Herr Müller deutlich, dass Berlin weiterhin alle Rechtsmittel und Auflagen gegen antisemitisch geprägte Veranstaltungen wie den jährlichen Al Quds-Marsch ausschöpft und Rechtsbrüche mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt sowie die Bekämpfung des Antisemitismus in den Berliner Schulen verstärken wird. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland. Der Zentralrat begrüßt diesen Schritt des Regierenden Bürgermeisters ausdrücklich.

  • Presseerklärungen / 31.08.2017

    Presseerklärung zum Antisemitismusvorwurf des Simon-Wiesenthal-Zentrums gegen den Regierenden Bürgermeister von Berlin

    Dr. Josef Schuster

    Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, hält die geplante Aufnahme des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, in die Antisemitismus-Liste des Simon-Wiesenthal-Zentrums für unangebracht.

    Dazu erklärt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster:

    „Es ist grotesk, den Regierenden Bürgermeister von Berlin in eine Reihe mit dem ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und den schlimmsten Antisemiten der Welt zu stellen“.

    Allerdings, so Dr. Josef Schuster, habe er in der Vergangenheit eine klare Absage des Regierenden Bürgermeisters an jegliche Form von Antisemitismus vermisst. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf das unerträgliche Wirken der BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions).

  • Interviews des Präsidenten / 04.08.2017

    Ich erwarte von Arte mehr Sorgfalt

    Interview mit Zentralratspräsident Dr. Schuster in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 3.8.2017

    Die Dokumentation über Judenhass in Europa wollte Arte nicht zeigen: Sie sei zu einseitig. Eine Gaza-Reportage, die Israel alle Schuld zuweist, bringt der Sender schon. Passt das zusammen?

    Sehr geehrter Herr Schuster, der Zentralrat der Juden in Deutschland und einige andere Organisationen haben den Sender Arte in einem Offenen Brief wegen der Ausstrahlung der Dokumentation „Gaza: Ist das ein Leben?“ kritisiert. Warum?

    Im Zuge der Debatte im Juni über die Arte/WDR-Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ hatten beide Sender ihre hohen Ansprüche an journalistische Qualität und Ausgewogenheit ihrer Beiträge betont. Damit hatten sie begründet, warum die Dokumentation über Judenhass zunächst nicht ausgestrahlt wurde und schließlich nur nach öffentlichem Druck mit Kommentaren und einem Faktencheck im Internet. Jetzt mussten wir allerdings feststellen, dass wieder eine Reportage gezeigt wurde, bei der es an Ausgewogenheit und journalistischer Sorgfaltspflicht mangelt. Das wurde in dem offenen Brief thematisiert. Und das habe auch in einem Schreiben an den Arte-Präsidenten kritisiert.

  • Aktuell / 17.07.2017

    "Missbrauch der Versammlungsfreiheit vorbeugen"

    Statement von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster zur Debatte nach Rechtsrock-Konzert in Thüringen

    Nach einem Neonazi-Konzert im thüringischen Themar mit mehreren 1000 Teilnehmern am vergangenen Wochenende hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, erklärt:

    „Die Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut, das in einer Demokratie auf jeden Fall geschützt werden muss. Zugleich gilt es aber auch, einem Missbrauch dieser Freiheit vorzubeugen und unsere Demokratie zu schützen.

    Ich stimme dem thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow in seiner Auffassung zu, dass ein Rechtsrock-Konzert nicht als politische Demonstration bewertet werden sollte, die unter die Versammlungsfreiheit fällt. Der Gemeinde Themar, die sich tapfer gegen das Neonazi-Festival gewehrt hatte, wurde es rechtlich unmöglich gemacht, das Konzert zu verbieten.

  • Reden und Texte / 11.07.2017

    "Kein Regierungsjubelfest, aber eine gute Zeit"

    Grußwort des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, beim Festakt zu „300 Jahre Jüdisches Leben in Karlsruhe“, 9.7. 2017, Karlsruhe

    Anrede,

    300 Jahre in die deutsche, zumal die jüdische Geschichte zurückzublicken, das bedeutet stets, Licht- und Schattenseiten zu betrachten. Ich möchte Ihnen zu Beginn Einblick in drei historische Dokumente geben, die diese wechselvolle Geschichte sehr gut widerspiegeln. Und keine Sorge, ich werde es kurz machen.

    „Wir Carl Friedrich von Gottes Gnaden Grosherzog zu Baden Herzog zu Zähringen haben durch Unser sechstes Konstitutionsedikt die Juden Unseres Staats den Christen in den Staatsbürgerlichen Verhältnissen gleich gesetzt. Diese Rechtsgleichheit kann jedoch nur alsdann in ihre volle Würkung treten, wenn sie, in politischer und sittlicher Bildung ihnen gleichzukommen allgemein bemüht sind (…)“.

    So lautet die wesentliche Passage des berühmten badischen Juden-Edikts von 1809. Es legte die Grundlage für die Emanzipation der Juden in dieser Region.