6. Jahrgang Nr. 5 / 31. Mai 2006 - 4. Siwan 5766

„Paul Spiegel war ein Brückenbauer“

Würdigungen aus Politik und Gesellschaft

Er war ein deutscher Patriot.
Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler

Paul Spiegel hat sich konsequent zu den Grundfesten der Demokratie bekannt. Er mahnte, wo viele stumm blieben. Sein Einsatz für Zivilcourage, für Toleranz und gegenseitigen Respekt und gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus hat Maßstäbe gesetzt.
Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Dr. Angela Merkel

Mit dem Tod von Paul Spiegel verliert unser Land einen großen Demokraten und einen überzeugten Mitstreiter für Menschlichkeit, Achtung und Toleranz. Paul Spiegel war ein Mann des Dialogs zwischen den Religionen und ein Brückenbauer zur jüdischen Welt und zum Staat Israel.
Altkanzler Gerhard Schröder (SPD)

Er war auch deswegen ein hoch geschätzter Partner, weil er seine Überzeugungen als Jude unbeirrt ins Spiel brachte und dennoch zutiefst ein Mann der Offenheit und der Toleranz war, mit großem Verständnis auch für die Christen.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann

Paul Spiegel war ein wichtiger Gesprächspartner im gemeinsamen Engagement für eine freiheitliche Gesellschaft, in der diese Freiheit in Verantwortung gelebt werden kann.
Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber

In den vielen Begegnungen und Gesprächen erlebten wir Paul Spiegel als führenden jüdischen Repräsentanten, dem der Schutz und die Integrität aller Minderheiten in Deutschland ein zentrales Anliegen war.
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Dr. Ayyub Axel Köhler

In Paul Spiegel haben wir einen Partner bei der Bekämpfung des Antisemitismus verloren. Der Botschafter des Staates Israel in Berlin, Shimon Stein Paul Spiegel war stets wachsam gegenüber Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Er hat einen herausragenden Beitrag für die Demokratie, die Integration der neu entstandenen jüdischen Gemeinschaften in die deutsche Gesellschaft und den interreligiösen und interkulturellen Dialog geleistet.
Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily