6. Jahrgang Nr. 5 / 31. Mai 2006 - 4. Siwan 5766

Ein schwerer Abschied

Mit sehr persönlichen Worten der Trauer haben die Familie, Freunde und Weggefährten am 4. Mai in Düsseeldorf Abschied von Paul Spiegel genommen. Etwa 600 Menschen gedachten in der Synagoge der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt des 68-Jährigen. An der Trauerfeier nahmen auch Prominente aus Politik und Showgeschäft teil. „Paul Spiegel ist von vielen Menschen nicht nur geachtet, sondern geliebt worden", sagte Zentralrats-Vizepräsident Salomon Korn gerührt. Nach den Geboten des Talmud habe er «jeden Menschen nur nach seiner günstigen Seite betrachtet» und sich damit bei Juden wie Nichtjuden großes Vertrauen und Zuneigung erworben. Ezrah Cohn von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, für die sich Spiegel über 40 Jahre lang intensiv engagiert und zahlreiche wichtige Ämter inne gehabt hatte, sprach von dem schweren Verlust, den die jüdische Gemeinschaft in Deutschland durch seinen Tod erlitten habe. In der Versöhnung mit Nicht-Juden sei der Verstorbene so entschlossen gewesen wie im Kampf gegen Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung. Auf dem Jüdischen Friedhof Düsseldorf fand der Verstorbene schließlich begleitet von der Familie und engsten Freunden seine letzte Ruhe.

zu / Foto:dpa