6. Jahrgang Nr. 4 / 28. April 2006 - 30. Nissan 5766

Jahrhundertfeier

American Jewish Committee feiert in Berlin Jubiäum

In Berlin, in unmittelbarer Nähe des Holocaust-Mahnmals am Brandenburger Tor, wo einst die Nazis aufmarschierten, feierte das American Jewish Committee Ende März sein 100-jähriges Bestehen. Gegründet wurde das American Jewish Committee 1906 in New York von Einwanderern überwiegend deutscher Herkunft, die besorgt waren über Pogrome vor allem Russland. Die Gründerväter waren überzeugt, dass der beste Schutz gegen Verfolgungen im Einsatz für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit liege. Die amerikanische Organisation setzt sich bis heute nachhaltig für Demokratie, Pluralismus und Menschenrechte weltweit ein. Aber auch der Kampf gegen Antisemitismus, den sich die Gründer 1906 auf die Fahne geschrieben hatten, steht heute noch immer im Mittelpunkt der breit gefächerten Arbeit des Committees.

1998, nachdem die Verantwortlichen seit 1989 die Veränderungen auf dem europäischen Kontinent genau beobachtet hatten, wurde das Berliner AJC-Büro, trotz anfänglicher Widerstände aus den eigenen Reihen, eröffnet. Bereits in den zwanziger Jahren war Deutschland ein Schwerpunkt der Arbeit des AJC. Schon damals kooperierten die Amerikaner mit deutsch-jüdischen Organisationen und verstärkten die interreligiöse Zusammenarbeit. Seit Ende der vierziger Jahre standen die Bildung einer Demokratie in Deutschland und der Aufbau von transatlantischen Beziehungen und Austauschprogrammen im Vordergrund.

Heute sind die Aktivitäten des AJC weltweit so breit gefächert, dass man die Projekte der mittlerweile 33 Büros – u.a. in Genf, Rom, Paris - nicht einzeln aufzählen kann. Insgesamt beschäftigt das American Jewish Committee 250 Mitarbeiter. Doch das Hauptziel ist allen gemein und bis heute unverändert: Durch politischen Einfluss, die Bedingungen für Juden in weltweit zu verbessern.
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