6. Jahrgang Nr. 2 / 24. Februar 2006 - 26. Schwat 5766

Neue Ausstellung im Anne Frank Zentrum

Mit einer neuen Ausstellung „Kinder im Versteck. Verfolgt. Untergetaucht. Gerettet? Berlin 1943 - 1945“ erinnert das Anne-Frank-Zentrum in Berlin an jüdische Kinder während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Ausstellung erinnere an die Naziverbrechen „auf eine Weise, die nicht nur Wissen erzeugt, sondern auch die Fähigkeit zum Mitfühlen“, so Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse Ende Januar bei der Eröffnung. Damit leiste sie einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Antisemitismus und Rechtsextremismus. Die Geschichten, die in Bildern, Texten und Filmen erzählt werden, ereigneten sich in Berlin. Zwischen 1941 und 1945 haben mehr als 7000 Jüdinnen und Juden versucht, in der deutschen Hauptstadt im Versteck zu überleben. Nur etwa 1500 Menschen haben es geschafft, die meisten mit der mutigen Hilfe von Nicht-Juden. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Porträts von fünf untergetauchten Kindern aus Berlin. Drei von ihnen überlebten und erzählen in der Ausstellung von ihren Erlebnissen. Die beiden Schwestern Gitti und Ruth Süßmann dagegen wurden wie Anne Frank verraten und ermordet. Ihre Geschichte wird von ihrer Halbschwester erzählt, die erst nach Kriegsende geboren wurde. In der Ausstellung, die noch bis zum 30. April zu sehen ist, werden Bilder, Texte und Filme gezeigt. Die Schau kann täglich, außer montags, von 10 bis 18 Uhr in der Rosenthaler Straße 39 (Berlin-Mitte) besucht werden. www.annefrank.de
dpa/zu