6. Jahrgang Nr. 2 / 24. Februar 2006 - 26. Schwat 5766

Nachrichten

Bank stellt sich ihrer Geschichte

Nach Kritik aus dem Zentralrat der Juden hatte die Dresdner Bank ein Symposium zur Rolle des Finanzinstituts in der NS-Zeit, das am 17. Februar stattfand, vom Jüdischen Museum Berlin in ihre Hauptstadtrepräsentanz verlegt.

Museumsdirektor W. Michael Blumenthal bedauere die Entscheidung, respektiere sie aber, hatte die zur Dresdner Bank gehörende Eugen-Gutmann-Gesellschaft im Vorfeld mitgeteilt. Die Dresdner Bank stellte auf dem Symposium eine Historiker-Studie über ihre Rolle im Nationalsozialismus in Berlin vor. Die von den Nazis «arisierte Bank» hatte unter mit der SS zusammen gearbeitet und von der deutschen Besetzung Osteuropas profitiert. Die vorliegende Forschungsarbeit zeigt, dass die Dresdner Bank in offener Mittäterschaft am Massenmord an den Juden mitschuldig war.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, begrüßte den Ortswechsel. «Wir hätten uns die öffentliche Auseinandersetzung der letzten Tage und Wochen sparen und stattdessen auf die inhaltliche Diskussion der vorgelegten Studie konzentrieren können», meinte er. Die Forschungsarbeit selbst und auch die Absicht der Dresdner Bank, sich ihrer Geschichte während der NS-Diktatur zu stellen, sei lobenswert und verdiene Anerkennung. Wegen der Präsentation im Jüdischen Museum hatte Korn zuvor von einer Anbiederung der Bank an die Juden und von einem «Schmusekurs» der Dresdner Bank gesprochen.
dpa/zu