6. Jahrgang Nr. 1 / 27. Januar 2006 - 27. Tewet 5766

Nachrichten

Neue Synagoge in Pforzheim eingeweiht

67 Jahre nach der Zerstörung der alten Synagoge ist in Pforzheim die neue Synagoge für die jüdische Gemeinde eingeweiht worden. Das alte Gotteshaus war 1938 in der Reichspogromnacht von den Nationalsozialisten verwüstet und niedergebrannt worden. An der Feier nahmen der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger, die Pforzheimer Oberbürgermeisterin Christel Augenstein, Charlotte Knobloch vom Zentralrat der Juden sowie 450 geladene Gäste teil. Mitglieder der Gemeinde brachten die fünf Thora-Rollen in den Schrein im Gebetsraum, des neuen Hauses in einem ehemaligen Bankgebäude. Der Umbau kostete eine halbe Million Euro. Jacob Goldenberg, seit drei Jahren Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, lobte die "sehr, sehr gute Zusammenarbeit" mit den Katholiken und Protestanten im Südwesten. "Es gibt ein enormes und offeneres Interesse. Eine gewisse Normalität beginnt Früchte zu tragen."
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Synagogen-Modelle

Im Stadtmuseum der oberpfälzischen Stadt Amberg wird mit Unterstützung des Zentralrats der Juden noch bis zum 26. Februar die Ausstellung „Und ich wurde ihnen zu einem Heiligtum – Synagogen in Deutschland“ gezeigt. Zu sehen sind Holzmodelle, Zeichnung, Baupläne Fotos und Videos von verschiedenen Synagogen. Zusammengestellt wurde die Schau vom Fachgebiet Baugeschichte der Technischen Universität Braunschweig, die es sich zum Ziel gemacht haben, die 1938 zerstörten deutschen Synagogen zu dokumentieren und vor allem exemplarisch zu rekonstruieren.(Kontakt: Stadtmuseum Amberg, Zeughausstraße 18, Telefon 09621 / 10-283.
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Neue Dauerausstellung

Die Berliner Gedenk- und Bildungsstätte "Haus der Wannsee-Konferenz" präsentiert eine neue Dauerausstellung, die über antisemitische Ideologie und antijüdische Politik seit dem 19. Jahrhundert informiert. Zentrales Thema bleibt die Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942. Dabei kamen vor knapp 64 Jahren hochrangige Vertreter von SS und Polizei, Ministerialbürokratie und NSDAP zu einer Absprache über die "Endlösung der Judenfrage" zusammen. Die bisherige Ausstellung von 1992 sahen rund 800.000 Besucher. Eine Überarbeitung war notwendig geworden, weil nach dem Untergang der Sowjetunion bislang verschlossene Archive zugänglich wurden und Wissenschaftler neue Erkenntnisse gewannen.

Die neue Ausstellung spannt einen Bogen ins 19. Jahrhundert und setzt nicht mehr erst 1933 ein. In zwei der 15 Räume werden die Gründe für aufkommenden Rassismus und Judenfeindschaft im 19. Jahrhundert sowie Antisemitismus in der Weimarer Republik vermittelt. Rund 95 Prozent der mehr als 600 Fotos und rund 150 Dokumente sind neu ausgewählt worden. Erstmals integrierten die Ausstellungsmacher die Dokumentation von vier jüdischen Familienschicksalen - zwei aus Polen, eine aus Frankreich sowie das der Berliner Familie Silberstein.
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