6. Jahrgang Nr. 1 / 27. Januar 2006 - 27. Tewet 5766

61 Jahre danach – Gedenkstunde

In einer offiziellen Feierstunde gedenkt der Bundestag am 27. Januar der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und erinnert an die Opfern des Zweiten Weltkrieges vor 61 Jahren. Unter den Ehrengästen wird auch Zentralratspräsident Paul Spiegel sein. Als Hauptredner wird der knapp 93-jährige Vorstandsvorsitzende der Axel-Springer-Stiftung, Prof. Ernst Cramer, der selbst Holocaustüberlebender ist, erwartet. Darüber hinaus finden landesweit zahlreiche Gedenk- und Feierstunden statt, zu denen die Parteien, Landesparlamente aber auch demokratische Initiativen einladen. Außerdem werden auf jüdischen Friedhöfen Kränze niedergelegt, die an die sechs Millionen ermordeten Juden erinnern sollen.

Die UN-Vollversammlung hatte bereits Ende des vergangenen Jahres den 27. Januar zum weltweiten Gedenktag an den Holocaust erklärt. Der Internationale Tag des Gedenkens soll künftige Generationen an die Opfer erinnern, die unter deutscher NS-Herrschaft getötet wurden. „Nach Jahrzehnten des Schweigens ist diese Resolution hoch anzurechnen“, sagte Präsident Paul Spiegel im Anschluss an die New Yorker Abstimmung im November 2005.

Außerdem hatte der Präsident im Vorfeld des 27. Januar 2006 gefordert, ein öffentliches Zeichen gegen die antiisraelischen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zu setzen. Im Zusammenhang mit dem internationalen Gedenktag sei "ein deutliches Zeichen der deutschen Öffentlichkeit und aller demokratischen Kräfte wünschenswert und nötig“. Die Initiative von Paul Spiegel haben alle im Bundestag vertretenen Parteien wohlwollend aufgenommen, allein es fehlt bisher ein Termin für eine zentrale Veranstaltung. Im Gespräch sind eine große Kundgebung oder eine Lichterkette ähnlich der Groß-Demonstration vom 9. November 2000, an der in Berlin über 200 000 Menschen gegen Rassismus und rechte Gewalt teilgenommen hatten. zu