6. Jahrgang Nr. 1 / 27. Januar 2006 - 27. Tewet 5766

Ärzte nennen Zustand Scharons „ernst, aber stabil“

Der Zustand des nach wie vor im Koma liegenden israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon ist nach Angaben seiner Ärzte weiterhin «ernst, aber stabil». Die vor wenigen Tagen bei dem 77-Jährigen durchgeführte Computertomographie habe ergeben, dass sein Befinden unverändert sei, gaben die Ärzte des Hadassah-Krankenhauses bekannt. Der Regierungschef hatte am 4. Januar einen schweren Schlaganfall erlitten und war nach mehreren Gehirnoperationen in ein künstliches Koma versetzt worden. Auch nach Absetzung der Betäubungsmittel ist er bisher nicht wieder erwacht.

Ehud Olmert hatte nach dem schweren Schlaganfall des Ministerpräsidenten die Amtsgeschäfte des Regierungschefs übernommen und will Scharons Kadima-Partei bei den Wahlen am 28. März anführen. Außerdem kündigte er die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen mit den Palästinensern nach den Wahlen unter bestimmten Bedingungen an.

Nach dem schweren Schlaganfall von Scharon äußerten politische Verbündete und Gegner des Politikers große Sorge über die politische Lage in Nahost. Zentralrats-Präsident Paul Spiegel zeigte sich optimistisch. Seiner Ansicht nach werde der Friedensprozess im Nahen Osten auch ohne Scharon wieder belebt „und zwar deshalb, weil es zum Frieden keine Alternative gäbe. «Israel ist eine derart starke Demokratie, dass der eingeschlagene Weg auch beim Ausscheiden eines Politiker so weitergeht.» Außerdem gebe es in der israelischen Bevölkerung keinen ausgeprägteren Wunsch als den nach Frieden.
dpa/zu