5. Jahrgang Nr. 12 / 23. Dezember 2005 - 22. Kislew 5766

Neue Synagoge in Marburg

Mit einem Festakt hat die jüdische Gemeinde in Marburg vor wenigen Wochen ihre neue Synagoge eingeweiht. Damit hat die mittelhessische Universitätsstadt erstmals seit der Zerstörung des jüdischen Gotteshauses in der Reichspogromnacht vor 67 Jahren wieder eine eigene Synagoge. «Vor dem düsteren Hintergrund der Geschichte ist es umso erfreulicher, dass die wiedererstandene jüdische Gemeinde in unserer Stadt mit der Einweihung einer neuen Synagoge und eines Kulturzentrums nun ein neues Kapitel beginnen kann», sagte der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

Vor allem durch die Zuwanderung von Juden aus Osteuropa ist die Gemeinde inzwischen auf rund 360 Mitglieder angewachsen, wie der Vorsitzende Amnon Orbach berichtete. Damit habe sich die Zahl seit 1989 mehr als verzehnfacht. Und der Vize-Präsident des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, wünscht sich, dass sich die Synagoge „mit Menschen, die sich hier zu Hause fühlen“, füllen werde.
In der Synagoge, zu der auch das Gemeindezentrum zählt, ist Platz für etwas 150 Menschen. Die Stadt Marburg hat das im Zentrum gelegene Gebäude der Gemeinde zur Verfügung gestellt und sich neben dem Land, der Denkmalpflege und privaten Spendern auch an dem 720 000 Euro teuren Umbau beteiligt.