5. Jahrgang Nr. 12 / 23. Dezember 2005 - 22. Kislew 5766

Fest für die neuen Staatsbürger

Integrationsbüro feierte mit 20 „frisch gebackenen“ Deutschen

Grund zum Feiern hatten vor wenigen Tagen 20 „frisch gebackene“ deutsche Staatsbürger, die gleichzeitig Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Berlin sind. Das Integrationsbüro der Gemeinde hatte zu dem kleinen Fest geladen, weil, so Mitarbeiterin Ella Shakhnikova: „Alle 20 beschlossen hatten, diesen Weg zu gehen und sich sehr viel Mühe gegeben haben, um Ihr Ziel zu erreichen.“

Wie alle Ausländer, die die Einbürgerung beantragen, mussten auch diese 20 russisch-jüdischen Zuwanderer eine Prüfung bestehen, die aus einem mündlichen und schriftlichen Teil bestand. Damit dies vor allem kein Problem für die älteren Kandidaten sein würde, hatte Shakhnikova schon rechtzeitig eine Lösung angeboten: Sie organisierte einen dreimonatigen Vorbereitungskurs mit Schwerpunkt auf der deutschen Sprache. Die erfahrende Lehrerin Irina Zidulko, selbst eine Zuwanderin, war mit ihren Schülern sehr zufrieden: „Alle waren sehr fleißig und höchst motiviert. Sie kamen nicht nur zweimal in der Woche zu unseren Seminaren, auch Zuhause haben sie eifrig gelernt.“ Der Unterricht wurde aus Anpassungsmitteln des Integrationsbüros und des Zentralrats finanziert und war, wie sich jetzt herausstellte eine sehr gute Investition: Kein Staatsbürger-Anwärter ist durchgefallen!

Entsprechend ausgelassen und hoffnungsfroh war denn auch die Stimmung bei der Einbürgerungsparty. Die 45-jährige Mila, die vor 13 Jahren aus Lemberg nach Berlin gekommen ist, freut sich auf schöne Reisen, die jetzt – mit dem neuen Pass - ganz einfach möglich sind und will schon sehr bald nach Israel aufbrechen. Der 68-jähriger Ilja aus Moskau ist stolz, den Einbürgerungstest ohne den Sprachkurs geschafft zu haben und betont, dass er sehr überrascht darüber ist, wie schnell das Einbürgerungsverfahren gegangen ist: „Am 28. September 2005 habe ich den Antrag bei Senat gestellt, bereits am 25. November konnte ich mir die Einbürgerungsurkunde abholen. Schade nur, dass ich die Bundestagswahlen am Ende knapp verpasst habe!“ Auch der 65-jähriger Isaak aus Kiev und die 72-jährige Jana aus Odessa, die nicht einen Moment gezögert hatten, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen, freuen sich: „Es ist schön, dazu zu gehören!“
il