4. Jahrgang Nr. 2 / 27. Februar 2004 - 5. Adar 5764

Gemeinde Frankfurt erhält Philantropin zurück

Mit einem Festakt wurde am 9. Februar der Gründungstag des Frankfurter Philantropin in der Main-Metropole gefeiert. Gleichzeitig übergab die Stadt in einem „symbolischen Akt“ das historische Schulgebäude wieder an die Jüdische Gemeinde Frankfurt. 1804 wurde die Schule im Frankfurter Ghetto von einem Mitarbeiter im Bankhaus Mayer Amschel Rothschild gegründet. Sie stand zum einem für die rechtliche Gleichstellung der Juden sowie für eine jüdische Reformbewegung und eine aufklärerische Pädagogik im freiheitlichen jüdischen Sinn. In den Wirren der Geschichte und durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges musste die Gemeinde Frankfurt die bedeutende Lehranstalt, die geprägt war von Humanität und Aufklärung und gleichermaßen von jüdischen und nicht-jüdischen Schülern besucht wurde, 1979 an die Stadt verkaufen. Wenn die endgültige Finanzierung des aufwendigen Schulprojektes geklärt ist - die Kosten für den Umbau in Höhe von 12 Millionen Euro teilen sich Stadt, Land und Jüdische Gemeinde -, soll spätestens in zwei Jahren in den ehrwürdigen Gemäuern eine Ganztagsschule bis zur sechsten Klasse ihren Betrieb aufnehmen.


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