4. Jahrgang Nr. 2 / 27. Februar 2004 - 5. Adar 5764

Gemeinde Neuss: Anderer Standort für Kulturzentrum

Die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Neuss wird nun doch nicht im ehemaligen Rheinischen Landestheater eingerichtet. Statt dessen sollen die 550 Neusser Juden
ab etwa 2006 einen Neubau an der Kaiser-Friedrich- Ecke Giesenstraße beziehen. Das gab jetzt Esra Cohn, Vorstandsvorsitzender der Düsseldorfer Gemeinde (die auch
für Neuss zuständig ist) bekannt. Grund für die Aufgabe des alten Theaters – für den Umbau als Gemeindezentrum mit Synagoge hatte es bereits einen Architektenwettbewerb gegeben - sind Platzprobleme und Sicherheitsbedenken.

In der Nähe des seit drei Jahren leer stehenden Theaters gebe es zu wenig Stellplätze, außerdem sei zu wenig Platz für einen Kindergarten, so die Begründung. Die ehemalige Spielstätte liegt an einer mittelgroßen Kreuzung in der Innenstadt. „Wir wissen nicht, ob wir die hohen Sicherheitsauflagen der Polizei in dem Theatergebäude erfüllen können“, so Cohen. Der Neubau-Standort ist zwar nur ein paar hundert Meter entfernt, allerdings einfacher zu schützen: Er grenzt an einer Seite an einen Kanal, an der anderen an einen Park.

Die Gemeinde wird den Bau nicht allein finanzieren müssen: 2,5 Millionen Euro kommen vom Land Nordrhein-Westfalen. Außerdem will die Stadt Neuss das Theater verkaufen und den Erlös für den Neubau (rund eine Million Euro) zur Verfügung stellen. Die Bauarbeiten könnten im Frühjahr 2005 beginnen. In der Zwischenzeit ist die Neusser Gemeinde weiterhin auf die Anmietung von Sälen angewiesen. Die Neusser Juden sind überwiegend Zuwanderer, denen ein solches Zentrum attraktive Angebote machen könnte. Mit dem Neubau werden die Neusser ihrem Ziel, erstmals seit 1942 wieder eine eigenständige Gemeinde zu haben, einen großen Schritt näher kommen.

jps