20.09.2005

Der Tod von Simon Wiesenthal ist ein großer Verlust

Mit großer Bestürzung und Trauer hat der Zentralrat der Juden in Deutschland den Tod von Simon Wiesenthal zur Kenntnis genommen.

Im Alter von 96 Jahren ist der in Galizien geborene und aus dem Konzentrationslager Mauthausen befreite Holocaust-Überlebende in Wien gestorben. Mit ihm verliert die Welt einen Kämpfer für Gerechtigkeit, Toleranz und Menschenliebe. Der Gründer des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles wollte nicht Rache sondern Recht, wollte, dass die Millionen Opfer des Nazi-Terrors niemals vergessen werden. „Meine einzigen Auftraggeber waren mein jüdisches Gewissen, meine Treue zum jüdischen Volk und das Andenken an die Toten“ mit diesen Worten beschrieb der bedeutende Nazi-Jäger die Triebfeder seiner unermüdlichen Suche. Die Juden auf der ganzen Welt wissen, dass es diesem „unbequemen Zeitgenossen“ wie er häufig hämisch bezeichnet wurde, gelungen ist, mehr als 1100 Nazi-Täter zu enttarnen und vor Gericht zu bringen.

„Simon Wiesenthal hat sich aus tiefster humanitärer Überzeugung für Gerechtigkeit eingesetzt. Er hat nicht geschwiegen. Vielmehr hat Wiesenthal durch seinen jahrzehntelangen Einsatz dafür gesorgt, dass auch nachfolgende Generationen wissen, wer für die Gräueltaten der Nazis verantwortlich war. Er wird uns als das Gewissen des Holocaust in Erinnerung bleiben. Dafür sind wir ihm ewig dankbar“, sagt Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Berlin, den 20. September 2005/17. Elul 5765