4. Jahrgang Nr. 2 / 27. Februar 2004 - 5. Adar 5764

Fernseh-Show mit neuem Titel

Der Münchner Privatsender Kabel 1 musste sich für seine Fernseh-Show «Judas Game» einen neuen Namen suchen. Die erste von sechs Folgen war schließlich als «J-Game» gesendet worden. Zuvor hatte bereits der Zentralrat der Juden in Deutschland gegen den Namen protestiert. Die Auswahl des Titels für eine Spielshow im Fernsehen sei instinktlos und berge die akute Gefahr verbaler Brandstiftung, erklärte Charlotte Knobloch, die Vizepräsidentin des Zentralrats. Damit würden immer noch «latent vorhandene, antisemitische Ressentiments» angesprochen. Der Fernsehausschuss hatte im Vorfeld schließlich einen entsprechenden einstimmigen Beschluss gefasst. Der vorgesehene Titel sei geeignet, religiöse Gefühle zu verletzen und antisemitische Ressentiments zu provozieren, urteilte das Aufsichtsgremium für den Privatfunk. Der Name „Judas“wird seit jeher im Sprachgebrauch mit den Begriffen Lügner oder Verräter gleichgesetzt. Vor allem zur Zeit des Nationalsozialismus war er ein Synonym für das Wort „Juden“. In der nach der ersten Sendung auf wenig Publikumsinteresse gestoßenen Show muss jeder der sechs Kandidaten die Mitspieler mit seiner persönlichen Leidensgeschichte davon überzeugen, dass er den Gewinn von 40 000 Euro unbedingt braucht. Einer der Teilnehmer hat seine Geschichte jedoch nur erfunden.

dpa/zu