5. Jahrgang Nr. 8 / 26. August 2005 - 21. Aw 5765

Das sagte Abraham Lehrer, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln,

[…]Ich habe Sie, hochverehrter Papst Benedikt, mit Pontifex Maximus, zu deutsch: der größte Brückenbauer, angesprochen. In den Biographien über Ihre Person werden Sie immer wieder als ein Brückenbauer zwischen den Religionen beschrieben. Mit diesem Titel möchte ich die Tatsache unterstreichen, dass Sie auf Ihrer ersten Auslandsreise eine Synagoge besuchen. Sie setzen den Bau einer Brücke zwischen dem Katholizismus und dem Judentum, die Ihr Vorgänger Papst Johannes Paul II. mit seinem Besuch der römischen Synagoge und des Staates Israel begonnen hat, fort. Es ist ein Zeichen für die hohe Wertigkeit, ja Wertschätzung, die das Verhältnis zum Judentum für Sie besitzt. Die Akzeptanz und Toleranz gegenüber unserer Religion ist Ihnen sehr wichtig. […]

[…] Sie, als Oberhaupt der katholischen Kirche, tragen eine spezielle Verantwortung auch gegenüber uns Juden. Papst Benedikt, Ihr Verhalten und Ihre Taten sind ein Vorbild für die Kirche. Ich hoffe, dass Ihr Besuch heute in dieser Synagoge dazu beiträgt, den gesamten Kirchenkörper zu erfassen und Ihre Einstellung die Kirche von der Spitze bis zur Basis durchdringt. Leider immer noch vorhandener kirchlicher Antisemitismus kann somit wirksam bekämpft werden. […]

[…] Hochverehrter Papst Benedikt, Ihren Beitrag zur Verbesserung des Verhältnisses erkennen wir an und wissen ihn zu würdigen. Der christlich-jüdischen Zukunft sehen wir positiv entgegen. Wir freuen uns, dass Sie unsere Synagoge besuchen. Sie erweisen unserer Gemeinde eine große Ehre. Noch einmal herzlich Willkommen! Baruch haba!