17. Jahrgang Nr. 10 / 30. Oktober 2017 | 10. Heshvan 5778

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Kehilla (hebräisch, Plural: Kehillot): Gemeinde, Gemeinschaft.

Als Kehilla wird eine jüdische Gemeinde bezeichnet. Gewöhnlich nennt sich eine jüdische Ortsgemeinde Kehilla Kedoscha, also heilige Gemeinde, um klarzumachen, dass sie kultische, religiöse und wohltätige Aufgaben erfüllt. Die Kehilla widmet sich auch jüdischer Bildung von Jung und Alt und begleitet gemeinschaftlich die Lebenszyklusereignisse wie Geburt, Brit Mila, Hochzeit, Jahrzeit, Tod und Trauer.
Historisch betrachtet waren die Kehillot in verschiedenen Ländern in dem einen oder anderen Maße mit autonomen Rechten ausgestattet und vertraten zugleich die in ihrem Einzugsbereich lebenden Juden gegenüber den Herrschern oder Behörden. An der Spitze der Kehilla stand ein Rat aus angesehenen und oft auch vermögenden Gemeindemitgliedern oder ein Einzelner als „Haupt der Gemeinde“ (Rosch Kahal).
In der Moderne bürgerte sich die Wahl des Gemeinderats durch die Gemeindemitglieder ein, wobei verschiedene Gruppierungen, Wahl­listen oder politische Parteien zur Wahl antraten. Auch in den jüdischen Gemeinden in Deutschland finden freie demokratische Wahlen statt.