17. Jahrgang Nr. 10 / 30. Oktober 2017 | 10. Heshvan 5778

Aus den Gemeinden – Jüdisches Leben

Preis

Im Oktober haben das Auswärtige Amt und die Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum erstmals den nach dem ehemaligen israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres benannten Preis vergeben. Der Preis zeichnet junge Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und Israel aus, die zur Zukunft der bilateralen Beziehungen beitragen. Ausgezeichnet wurden zwei Kooperationsprojekte. Das erste, „Migration Hub Network Berlin – Tel Aviv“, setzt sich sich für einen israelisch-deutschen Fachkräfteaustausch zu Integrationsmöglichkeiten für Geflüchtete und Sozialbenachteiligte ein. Das zweite ausgezeichnete Projekt, „Störung“, bringt Wissenschaftler, Künstler und Menschen mit Parkinson aus Deutschland und Israel zusammen. Die Auszeichnungen wurden den Empfängern von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel übergeben.

Geburtstag

Am 25. September feierte der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Rabbiner Dr. h.c. Henry G. Brandt, seinen 90. Geburtstag. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, gratulierte Rabbiner Brandt und würdigte ihn als eine der prägenden Persönlichkeiten im liberalen Judentum sowie im jüdisch-christlichen Dialog in Deutschland. Rabbiner Henry G. Brandt wurde 1927 in München geboren. 1939 gelang seiner Familie die Flucht nach Großbritannien. 1966 schloss er sein Rabbinatsstudium am Londoner Leo Baeck College ab. 1983 kehrte er nach Deutschland zurück.

Stuttgart

Der ehemalige Landesrabbiner von Württemberg, Rabbiner Dr. Joel Berger, wurde vom Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn mit der Bürgermedaille der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung wurde das langjährige Engagement Rabbiner Bergers für die christlich-jüdische Zusammenarbeit und Verständigung gewürdigt. Rabbiner Berger, der seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, wurde in Budapest geboren, wo er als Kind die Schoa überlebte. 1968 konnte er aus Ungarn auswandern und war in den darauffolgenden Jahrzehnten in mehreren jüdischen Gemeinden in Deutschland als Rabbiner tätig.

Ehrung

Der Filmproduzent Artur Brauner wurde von der deutschen Sektion von Amnesty International mit dem Marler Medienpreises Menschenrechte ausgezeichnet. Der 99-jährige Brauner wurde, so Amnesty International, für seine über 70 Jahre dauernde Arbeit geehrt, mit der er an die Schrecken des Holocausts erinnert und dazu beigetragen habe, die deutsche Vergangenheit aufzuarbeiten.

Westfalen-Lippe

Die in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe stehende Historische Kommission für Westfalen hat ein historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe erstellt. Im vergangenen Monat überreichten Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes und Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Vorsitzender der Historischen Kommission, das vierbändige Werk Hanna Sperling, Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe und Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Das Handbuch beleuchtet sowohl die allgemeine Entwicklung des jüdischen Lebens in der Region als auch die Geschichte einzelner Gemeinden. Bei der Übergabe des Handbuchs erklärte Hanna Sperling, ein so umfassendes Handbuch zum jüdischen Leben gebe es kaum in einer anderen Region Deutschlands.