17. Jahrgang Nr. 10 / 30. Oktober 2017 | 10. Heshvan 5778

Debatte

Das Ergebnis der Bundestagswahl macht eine tiefgreifende Demokratiedebatte in der Bundesrepublik erforderlich. Das hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, bei einer im Rahmen der Reihe „Heidelberger Hochschulreden“ gehaltenen Rede an der Universität Heidelberg erklärt. Bei einer solchen Debatte müsse es unter anderem um die Frage gehen, welche Voraussetzungen für eine funktionierende parlamentarische Demokratie nötig sind.
Dr. Schuster ging aber auch auf andere Herausforderungen ein, denen sich die heutige Gesellschaft gegenübersieht und fragte: „Wie lassen sich die fundamentalen Veränderungen, die wir durch die Globalisierung und die totale technische Vernetzung bereits erleben, die aber durch Entwicklungen wie etwa in der künstlichen Intelligenz oder in der Genforschung noch viel tiefer in unser Leben eingreifen werden – wie lassen sich diese Veränderungen mit der Demokratie vereinbaren? Was macht den demokratischen Staat unter diesen neuen Bedingungen aus?“
Denkanstöße zu diesen Fragen müssten auch aus den Universitäten kommen. Der Zentralratspräsident betonte: „Eine lebendige, gesellschaftliche Debatte, die nicht nur in exklusiven akademischen Zirkeln geführt wird, sondern die viel breiter in unser Land hineinwirkt – das brauchen wir dringend. Das braucht meines Erachtens auch die Politik als Grundlage ihres Handelns.“

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