17. Jahrgang Nr. 9 / 29. September 2017 | 9. Tischri 5778

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Keduscha (hebräisch):

wörtlich „Heiligkeit“. Teil des Achtzehngebetes (Amida), in dem G’ttes Name in den G’ttesdiensten an Wochentagen ebenso wie am Schabbat und an Feiertagen geheiligt wird. Die Keduscha wird bei der Wiederholung der Amida abwechselnd vom Vorbeter und von der Gemeinde gesprochen. Die Keduscha kann nur in Anwesenheit eines Minjan (Zehnerquorum) gesprochen werden.
Ein zentraler Teil der Keduscha sind die Worte des Propheten Jeschajahu „Kadosch, kadosch, kadosch, Haschem Tzwaot“ (Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen, Jeschajahu 6:3). Durch das dreifache Aussprechen des Wortes „heilig“ wird die umfassende Transzendenz G’ttes betont; das Wesen G’ttes überschreitet Raum, Zeit und jegliches Vorstellungsvermögen.
Jedem Vers der Keduscha wird eine Einleitung des Vorbeters vorangestellt. Diese Einleitungen unterscheiden sich geringfügig im aschkenasischen und sefardischen Ritus, wobei es in einzelnen Traditionen – wie derjenigen der italienischen oder jemenitischen Juden – weitere Abweichungen gibt.