17. Jahrgang Nr. 8 / 25. August 2017 | 3. Elul 5777

Gefahr

Die hohe Zahl der Teilnehmer, die sich zum Neonazi-Aufzug in Berlin-Spandau am 19. August eingefunden hätten, sei, so der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, erschreckend. Offensichtlich, so Dr. Schuster, erhielten rechtsextremistische Veranstaltungen in letzter Zeit zunehmend Zulauf. Dies müsse eine Warnung sein. Rechtsextremisten, so der Zentralratspräsident ferner, seien nicht nur für Minderheiten, sondern auch für die Demokratie insgesamt eine Gefahr.
Der Aufmarsch der Neonazis fand aus Anlass des von ihnen so genannten Rudolf-Hess-Gedenktages statt. Hess, im NS-Deutschland „Stellvertreter des Führers“ hatte sich 1941 nach Großbritannien abgesetzt, um - vergeblich - für einen Separatfrieden zu werben. Nach Kriegsende wurde er als einer der Hauptkriegsverbrecher von Internationalen Militärgerichtshof zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 17. August 1987 beging er im Kriegsverbrechergefängnis Spandau Selbstmord. Um dieses Datum herum veranstalten Neonazis ihre Demonstrationen, so auch am 19. August dieses Jahres.
Den Neonazis traten mehrere Hundert Demonstranten entgegen. Der Berliner Innensenator Andreas Geisel erklärte, nach sorgfältiger Prüfung habe sich gezeigt, dass ein Verbot des Aufmarsches, das er persönlich begrüßt hätte, rechtlich nicht möglich gewesen wäre.

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