17. Jahrgang Nr. 7 / 28. Juli 2017 | 5. Aw 5777

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Kaschrut (hebräisch)

die Gesamtheit der Speisevorschriften der Tora und der nachbiblischen rabbinischen Auslegungen. Diese regeln, welches Essen koscher, also nach dem Judentum zum Verzehr geeignet ist. Als Gegenbegriff zu koscher wird meistens „treife“ (modernhebräisch: „trefa“) verwendet.
Nach der Kaschrut ist es unter anderem erlaubt, alle wiederkäuenden Paarhufer zu essen, also zum Beispiel Kuh-, Schaf- und Ziegenfleisch. Beim Geflügel gibt es ebenfalls Einschränkungen, als traditionell koscher gelten unter anderem Enten, Gänse und Hausgeflügel. Fluss-, See- und Meerestiere müssen Schuppen und Flossen besitzen, um als rein zu gelten. Die Tora warnt eindringlich vor dem Verzehr von Blut, denn Blut sei Leben.
Es ist streng verboten, Milch und Fleisch zu vermischen: „Du sollst ein Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.“ (5. Buch Mose 14:21) Da dieser Satz in der Tora dreimal vorkommt, wurde seine Bedeutung von den Rabbinern so ausgelegt, dass Milch und Fleisch weder zusammen gegessen noch zusammen gekocht werden dürfen und separat aufbewahrt werden müssen. Koschere Küchen haben deshalb getrennte Bereiche für Geschirr und Besteck für Fleisch und Milch. Nach dem Genuss von Fleischspeisen muss man mindestens drei Stunden warten, bis man Milchspeisen zu sich nehmen darf. Juden aus verschiedenen Ländern beachten dabei unterschiedliche Wartezeiten.