17. Jahrgang Nr. 7 / 28. Juli 2017 | 5. Aw 5777

Neue Rekorde

Deutsches Team bei den Welt-Makkabi-Spielen erfolgreich

Freitagnachmittag am Win­gate-Sportinstitut in Netania. Die Schwimmer, die im olympischen Becken um Medaillen ringen, können von Glück reden, dass sie ihren Körper nicht draußen in der brütenden Sonne des israelischen Sommers an die Grenze der Leistungsfähigkeit treiben müssen. Noch besser freilich hatten es die Eishockeyspieler in der Pajis-Eissporthalle in Jerusalem. „Dort“, lacht Wolfgang Krymalowski, das für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Präsidiumsmitglied von Makkabi Deutschland und Vorsitzender von Makkabi Köln, „brauchte man keine Extra­klimaanlage“. Anders war es freilich beim Tennisturnier oder beim Triathlon. Dort kamen die Sportler gehörig ins Schwitzen. Allerdings hat sich das Schwitzen für die Athleten von Makkabi Deutschland gelohnt. Insgesamt 46 Medaillen holte die deutsche Delegation bei den Welt-Maccabi-Spielen, der Maccabiah, die vom 6. bis 17. Juli in Israel stattfanden.
Auch andere Zahlen waren beeindruckend. Zu der diesjährigen, 20. Maccabiah entsandte Makkabi Deutschland mit 232 Teilnehmern seine bisher größte Delegation. Zu ihr gehörten auch Offizielle, Trainer, medizinische Betreuer und – man geht mit der Zeit – ein Team von Social-Media-Experten. Dennoch waren rund 210 aktive Sportler dabei: ein Fünftel mehr als vor vier Jahren. Makkabi Deutschland ließ seine Aktiven in 20 Hauptdisziplinen und noch weitaus mehr Unterdisziplinen wie unterschiedliche Fecht- oder Schwimmarten und in allen Altersklassen antreten: von den Junioren (sie gewannen rund die Hälfte aller von Makkabi Deutschland errungenen Medaillen) bis zu den reiferen Jahrgängen über 50, 60 ja sogar 70 Jahren. In einigen Disziplinen gingen deutsche Vertreter zum ersten Mal bei einer Maccabiah an den Start, etwa beim Springreiten.
Indessen ist Statistik beim Sport nicht alles, auch und gerade nicht bei den Maccabi-Spielen, die als Treffpunkt jüdischer Sportler aus aller Welt – diesmal waren 80 Nationen vertreten – auch erlebte Gemeinsamkeit anstreben. Das deutsche Team hatte überdies ein eigenes, bedeutungsvolles Programm. Im Sportstadion von Haifa, Israels Nordmetropole, in der sich das Mannschaftsquartier befand, hielt die Delegation, wie bei jeder Makkabiade, eine Gedenkzeremonie für die elf israelischen Sportler ab, die 1972 bei den Olympischen Spielen in München von palästinensischen Terroristen ermordet wurden. Bei der Gedenkfeier sprachen auch der deutsche Botschafter in Israel, Dr. Clemens von Götze und der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesinnenministerium, Dr. Ole Schröder.
Bereits vor der Zeremonie hatten die Sportler von Makkabi Deutschland die Möglichkeit, mit Überlebenden des Terrorangriffs von München zu sprechen. „Es war wirklich ergreifend und für die jungen Leute sehr wichtig“, so Krymalowski. Für einige der Sportler war es ihr erster Israel-Besuch. Auf dem Vorbereitungslager stand denn auch gelebte jüdische Tradition auf dem Programm.

wst