17. Jahrgang Nr. 6 / 30. Juni 2017 | 6. Tammus 5777

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Kascher/koscher (hebräisch):

Kascher (modernhebräische Aussprache; aschkenasisch: koscher) bedeutet „tauglich“, „geeignet“. Am gebräuchlichsten ist das Wort als Bezeichnung für Lebensmittel und Speisen, die den jüdischen Speisegesetzen entsprechen, also koscher sind. Daraus sind die Wörter „Kaschrut“ (Gesamtheit der Speiseregeln) und „Hechscher“ (Koscher-Zertifikat) abgeleitet.
Allerdings kommt das Wort im Buch Esther im allgemeineren Sinne in dem Satz vor „Wenn es dem König gefällt“ – wörtlich: „Wenn es dem König geeignet (kascher) erscheint.“ Im heutigen Hebräisch ist eine Reihe von Wörtern von „kascher“ abgeleitet, so etwa „kaschir“ (tauglich im Sinne von wehrdiensttauglich oder prozessfähig) und „Kischaron“ (Talent). Die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene zionistische Bewegung für die landwirtschaftliche Ausbildung von Juden nannte sich „Hachschara“ (Tauglichmachung).
Im Deutschen bedeutet „koscher“ neben der ursprünglichen Definition als „den jüdischen Speisegesetzen gemäß erlaubt“ auch „unproblematisch“, „unbedenklich“ oder „unverdächtig“. Als Beispiel führt das Duden-Wörterbuch den Satz an: „Die Sache ist mir nicht ganz koscher.“