17. Jahrgang Nr. 4 / 26. April 2017 | 30. Nissan 5777

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

Luach (hebräisch): wörtlich übersetzt „Tafel“

Der jüdische Kalender. Er ist ein lunisolarer Kalender – also ein Mondkalender von 12 Monaten, der in Schaltjahren um einen zusätzlichen Monat ergänzt wird. Innerhalb einer Periode von 19 Jahren gibt es 7 Schaltjahre. Damit fallen die Feiertage stets in dieselbe Jahreszeit. So ist gewährleistet, dass Pessach immer in der Zeit der frühesten Getreideernte im Heiligen Land, also im März/April, gefeiert werden kann. Dadurch wird Sukkot zur Herbstzeit als Erntedank begangen. Die Tora befiehlt, den Monat Nissan, den Monat des Auszuges aus Ägypten, als ersten der Monate zu begehen (2. Buch Mose 12:1).
Die nachbiblischen rabbinischen Gelehrten folgerten, dass die Festsetzung der Monate durch die Fixierung des Neumondtages (Rosch Chodesch) von eminenter religiöser Bedeutung sei. Von dieser Fixierung hänge nämlich die genaue Beachtung unseres Festkalenders ab. Es wird darauf hingewiesen, dass die Erklärung des siebenten Tages, des Schabbats, zum Ruhetag eine g’ttliche Weisung sei, während die Monate und somit die Festtage von rabbinischen Autoritäten festgelegt würden. Heute wird Rosch Chodesch durch genaue astronomische Vorausberechnungen bestimmt.