17. Jahrgang Nr. 4 / 26. April 2017 | 30. Nissan 5777

Aus den Gemeinden – Jüdisches Leben

Nordrhein-Westfalen

Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) und in dem Bundesland tätige jüdische Verbände haben den fünften Änderungsvertrag zu dem ursprünglich 1992 geschlossenen Staatsvertrag über die Unterstützung jüdischen Lebens unterzeichnet. Den Änderungsvertrag unterschrieben die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sowie die Vertreterinnen und Vertreter des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, der Synagogen-Gemeinde Köln und des liberalen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Bei der Unterzeichnungszeremonie erklärte Ministerpräsidentin Kraft, der neue Vertrag sei ein Symbol für die neu gewachsene Selbstverständlichkeit jüdischen Lebens in Deutschland. Es sei und bleibe ein großes Anliegen der Landesregierung, die jüdische Gemeinschaft zu unterstützen.
Die 22 jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen haben rund 28.000 Mitglieder. Im Rahmen des Änderungsvertrages wird die Unterstützung der Landesleistung ab 2018 auf insgesamt 17 Millionen Euro jährlich erhöht. Damit beteiligt sich das Land an den Ausgaben der jüdischen Gemeinschaft in NRW für deren religiöse und kulturelle Bedürfnisse sowie für Verwaltung. Außerdem stärkt das Land die jüdischen Gemeinden sowohl in Fragen der Sicherheit als auch bei baulichen Maßnahmen. So wird die Landesregierung künftig neben Mitteln für den Synagogenbau auch Geld für Umbau und Renovierung von jüdischen Einrichtungen bereitstellen, da inzwischen einige Gebäude baufällig geworden sind.

Preis

Das Potsdamer Abraham Geiger Kolleg hat den von ihm verliehenen Abraham Geiger Preis 2017 dem israelischen Schriftsteller Amos Oz zuerkannt. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ehrt das Engagement des Autors für die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern sowie zwischen Israel und dem heutigen Deutschland. Der Preis ist nach dem Mitbegründer des liberalen Judentums in Deutschland, Rabbiner Abraham Geiger (1810–1874), benannt und würdigt Persönlichkeiten, die sich um den Pluralismus verdient gemacht haben und sich für Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit einsetzen.

Offenburg

Die Jüdische Gemeinde Emmendingen (Baden-Württemberg) wird Mitglied im Integrationsrat der rund 50 Kilometer entfernten Stadt Offenburg. Die in Offenburg lebenden Juden gehören der Gemeinde in Emmendingen an. Zum Vertreter der Gemeinde im Offenburger Integrationsrat wurde das in Offenburg lebende Gemeindemitglied Ruslan Manashirov ernannt. Die Jüdische Gemeinde Emmendingen engagiert sich zudem im interreligiösen Arbeitskreis Offenburg.