17. Jahrgang Nr. 4 / 26. April 2017 | 30. Nissan 5777

Extremisten

Bei ihrem Parteitag in Köln habe die „Alternative für Deutschland“ (AfD) erneut deutlich gemacht, wes Geistes Kind sie sei. Das hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, erklärt. Dr. Schuster führte aus: „Die AfD will offenbar ein chauvinistisch-nationalistisches Denken in Deutschland wieder salonfähig machen. Gegen nationale und religiöse Minderheiten wird ohne Skrupel und ohne Verantwortungsbewusstsein Stimmung gemacht. Die Rechtspopulisten der AfD befinden sich nach meiner Einschätzung ganz klar auf dem Weg in den Rechtsextremismus.“
Der AfD-Parteitag, so der Zentralratspräsident, habe gezeigt, dass die AfD sich weder vom rechten Rand abgrenzen noch den antisemitischen Einstellungen ihrer Mitglieder klar entgegentreten wolle. Dr. Schuster betonte: „Die AfD strebt Einschränkungen der Religionsfreiheit an, die jüdisches und muslimisches Leben hierzulande bedrohen. Ich rechne damit, dass die AfD unter dem neuen Spitzenteam weiter nach rechts rücken wird. Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus gehören mittlerweile zum gängigen Ton der Partei. Das müsste nun auch den letzten Zweiflern klar geworden sein. Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland setzt auf die demokratischen Parteien und die Zivilgesellschaft, sich der AfD klar entgegenzustellen.“

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