17. Jahrgang Nr. 3 / 29. März 2017 | 2. Nissan 5777

Das Bild

Israels Starfotograf David Rubinger schuf vor 50 Jahren mit „Fallschirmjäger an der Westmauer“ ein Kultfoto, das bis heute seinesgleichen sucht

Am 1. März ist der israelische Pressefotograf David Rubinger im Alter von 92 Jahren gestorben. Rubinger, der als Jugendlicher aus seiner Geburtsstadt Wien vor den Nazis flüchten musste, war einer der prominentesten Fotografen seines Landes. Ob als Kriegsreporter oder Porträtfotograf, dem auch prominente Politiker Zugang zu ihrem Leben gewährten: Rubinger wurde weit über die Grenzen Israels bekannt. Er galt als der führende Chronist Israels. Mehr als ein halbes Jahrhundert arbeitete er auch für das amerikanische Medienunternehmen Time-Life. Im Jahr 1997 wurde er mit dem Israel-Preis ausgezeichnet.
Im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere machte er unzählige Fotos. Am meisten wurde er aber mit dem Bild „Fallschirmjäger an der Westmauer“ identifiziert. Dieses, von unten aufgenommene Motiv, zeigt drei israelische Soldaten unmittelbar nach der Befreiung der Westmauer im Sechstagekrieg. Die Ergriffenheit, die den dreien im Gesicht geschrieben steht, ließ das Foto zu einem Kultbild werden. Es ist wahrscheinlich das berühmteste Foto der israelischen Geschichte, sieht man einmal von der Verlesung der Unabhängigkeitserklärung durch David Ben Gurion am 14. Mai 1948 ab. Anlässlich eines Rechtsstreits im Wahlkampf des Jahres 2001 erklärte Mischael Cheschin, Richter am Obersten Gericht, Vorsitzender der zen­tralen Wahlkommission und nicht gerade für Rührseligkeit bekannt, das Foto gehöre der gesamten Nation.

wst